10. Mai 2005

Aktionswoche im Rahmen des Projektes KLAR: Dem Alter ein Gesicht geben – in unserer Stadt Gräfenberg

Das Christliche an einer Patientenverfügung


Dr. Rainer Scherlein während seines Vortrags „Christliche Patientenverfügung“ in Gräfenberg vor ca. 70 Zuhörern.

Aktueller könnte das Thema nicht sein: Überall wird derzeit an aktuellen Beispielen diskutiert, inwieweit man sein Lebensende selbst mitbestimmen bzw. seine eigenen Vorstellungen von gewünschter und nicht gewünschter ärztlicher und medizinischer Versorgung im Falle des nahenden Todes selbst festsetzen sollte.
Am Donnerstag (28. April 2005) besuchten rund 70 interessierte Gräfenbergerinnen und Gräfenberger den Fachvortrag zum Thema „Christliche Patientenverfügung“, zu dem die Dr. Gerhard Boß Stiftung im Rahmen der Aktionswoche „Älterwerden in Gräfenberg“ eingeladen hatte. Wie auch schon bei den anderen Themenabenden und Vorträge in der durch die Stadt und das Projekt KLAR angeregten Veranstaltungsreihe, waren Interesse und Teilnahme überwältigend. Und die, die gekommen waren, wurden in Ihren Erwartungen nicht enttäuscht.

Herr Dr. Rainer Scherlein (Diözesanreferent für Altenseelsorge im Erzbistum Bamberg) referierte fachkundig zum Thema. Von besonderer Bedeutung für seinen Vortrag waren dabei über die Patientenverfügung hinaus seine Überlegungen zu den christlichen Hintergründen, Beweggründen und moralisch-ethischen Grenzen einer solchen Verfügung.

Das Besondere an der „Christlichen Patientenverfügung“ ist, dass aus dem Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben auch ein Anspruch auf ein menschenwürdiges Sterben abgeleitet wird und dies gleichzeitig verbunden wird mit dem Wunsch nach seelsorgerischer Begleitung und Ablehnung einer aktiven Sterbehilfe.

„Eine Patientenverfügung“, so Dr. Rainer Scherlein, „dokumentiert den Willen eines Menschen für den Fall, dass er sich nicht mehr äußern und sein Selbstbestimmungsrecht in Gesundheitsangelegenheiten nicht mehr wirksam ausüben kann“. Anhand der Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland ging der Referent auch ausführlich auf die Regelungsmöglichkeiten durch die Patientenverfügung ein.

Die Vorlage für eine Christliche Patientenverfügung gibt es im Caritasverband Forchheim. Die Dr. Gerhard Boß-Stiftung fördert die Hilfe für alte und behinderte Menschen im Landkreis Forchheim. Die Kontaktaufnahme kann über den Caritasverband Forchheim erfolgen.