27. Juli 2005

Erstmals verliehener Bamberger Ehrenamtspreis geht an Vinzenzverein

CariThek organisierte erfolgreichen Tag des Ehrenamts


Das für die Not der Mitmenschen offene Herz in den Händen: Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon (links) und Oberbürgermeister Herbert Lauer (rechts) überreichten dem Ehepaar Wilhelm Dorsch und Michaela Revelant vom Vinzenzverein den 1. Bamberger Ehrenamtspreis.


Auch die Schürze der CariThek wurde eifrig bestaunt: Stadtrat Peter Gack verteilte die von der Backstube Gramss gestiftete Ehrenamtstorte.


Ebenfalls zugunsten des Vinzenzvereins schenkte der stellvertretende Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein das von der Brauerei Spezial gestiftete Bier aus.


Und Uni-Kanzlerin Martina Petermann pries die von Ehrenamtlichen gekochten Marmeladen an.

Über die Bedeutung freiwilligen Engagements zu informieren, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen und viele zum Mitmachen zu bewegen, waren Ziele am Tag des Ehrenamts. Unter Federführung der CariThek – der Ehrenamtsbörse des Diözesan-Caritasverbandes – präsentierten sich 30 Organisationen, deren Arbeit wesentlich zum Ruf Bambergs als sozialer Stadt beiträgt. Im Mittelpunkt stand die Verleihung des ersten Bamberger Ehrenamtspreises an den Vinzenzverein.

Schirmherr Oberbürgermeister Herbert Lauer betonte den hohen Stellenwert, den bürgerschaftliches Engagement in Bamberg genießt. Unzählige ehrenamtliche Helfer seien selbstlos für die Allgemeinheit und für ihre Mitmenschen tätig und verdienten dafür Respekt und Anerkennung. In Vertretung des zweiten Schirmherrn, Erzbischof Dr. Ludwig Schick, führte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon aus, dass die CariThek in den zwei Jahren ihres Bestehens bereits 150 Männer und Frauen aus allen Altersgruppen für ehrenamtliche Tätigkeiten in verschiedensten Bereichen vermitteln konnte. Wie man aus deren Rückmeldungen wisse, profitierten von der Hilfe nicht nur die Betreuten sondern auch die Helfer selbst. Aus dieser Erfahrung resultiere auch das Motto des Ehrenamtstages „Helfen macht glücklich“, wie Moderator Dr. Klaus Stefan Krieger erklärte.

Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon gab einen Einblick in die 15jährige unermüdliche Arbeit des Ehrenamts-Preisträgers. Der Vinzenzverein kümmert sich in der Dieselstraße um Bedürftige aus insgesamt 24 Nationen und versorgt sie mit gespendeten Lebensmitteln, Kleidung und Hausrat. Michaela Revelant und Wilhelm Dorsch und ihr Team von 33 ehrenamtlichen Helfern hätten die Auszeichnung mehr als verdient. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister überreichte Simon den ersten Bamberger Ehrenamtspreis. In das Innere des aus zwei Hälften bestehenden Granitsteins hat der Bildhauer Thomas Gröhling aus Bug  ein goldenes Herz eingearbeitet als Symbol für ehrenamtliches Engagement, das häufig im Verborgenen geschieht. Eine großzügige Spende der Sparkasse hat die künstlerische Gestaltung ermöglicht. Vorsitzender Wilhelm Dorsch erläuterte die Arbeit des Vinzenzvereins und bedankte sich im Namen des gesamten Teams herzlich für die Ehrung. 

Die (meist ehrenamtlich tätigen) Mitarbeiter der CariThek hatten sich viel einfallen lassen, um am Ehrenamtstag denen Anerkennung zu zollen, die sonst an vielen Stellen bescheiden im Hintergrund wirken. Schon im Vorfeld wurden von vielen Bambergerinnen und Bambergern rund 200 Gläser Marmelade gekocht und dann von Prominenten für den guten Zweck verkauft. Uni-Kanzlerin Martina Petermann und Landtagsabgeordnete Melanie Huml bewiesen hier besonderes Verkaufsgeschick. Mit Stücken einer von der Gramss-Backstube gespendeten  Riesentorte und Körben voller Gebäck zogen Lokalpolitiker jeglicher Couleur – die Landtagsabgeordneten Dr. Helmut Müller und Thomas Silberhorn sowie die Stadträte Andreas Starke und Peter Gack - über den Maxplatz und kamen mit gefüllten Spendenbüchsen zurück. Beim Zapfen von Spezial-Bier gingen Bürgermeister Werner Hipelius, MdL Heinrich Rudrof, und stellvertretender Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein dem Brauereichef Christian Merz zur Hand, und auch der Oberbürgermeister, der Diözesan-Caritasdirektor, Uni-Prorektor Rainer Drewello und Seniorchef Reinhold Gramss banden die CariThek-Schürze um und halfen mit. Die musikalische Umrahmung der Gruppe „Ecce Homo“ aus der Behinderteneinrichtung der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf, die Gesangsdarbietungen von Sarah-Ann sowie die Tanzeinlagen von Kindern des Mütterzentrums Känguruh wurden mit viel Beifall bedacht. 

Als Erzbischof Dr. Ludwig Schick zum Abschluss den Erlös in Höhe von 750 Euro an Wilhelm Dorsch übergab, zückte er spontan den Geldbeutel und legte nochmals 500 Euro dazu, so dass der Vinzenzverein zusammen mit dem von Stadt und Landkreis Bamberg dotierten  Preisgeld in Höhe von 1000 Euro die stattliche Summe von 2.250 Euro mit nach Hause nehmen konnte. Alles in allem hat der erste Bamberger Ehrenamtstag unter dem Motto „Helfen macht glücklich“ das wichtige Thema des freiwilligen gesellschaftlichen Engagements erneut in den Blickpunkt gerückt und – wie an den einzelnen Ständen zu erfahren war – viele neue Kontakte ermöglicht. Dass in Bamberg noch reichlich unerschlossenes Potenzial vorhanden ist, davon sind die Mitarbeiter der CariThek überzeugt. Sie freuen sich darauf, in der Ehrenamtsbörse weitere Interessenten bei der Suche nach „ihrer Nische“ zu unterstützen. Renate Steinhorst

 

Laudatio des Diözesan-Caritasdirektors Bernhard Simon zum Tag des Ehrenamts
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