20. Februar 2005

Pfarreien sollen Caritas stärker ins Gemeindeleben einbeziehen

Weihbischof zelebrierte diözesanen Auftaktgottesdienst zur Caritas-Frühjahrssammlung


Aussendung der Sammlerinnen und Sammler durch Weihbischof Radspieler


Weihbischof Werner Radspieler am Altar, davor die symbolischen Gaben, die Angehörige Demenzkranker beim Gabengang gebracht haben

Bad Windsheim. Zu einer stärkeren Einbeziehung der Caritas in das Gemeindeleben hat Weihbischof Werner Radspieler am Caritas-Sonntag die Pfarreien aufgerufen. Die Sorge um die Not der Mitmenschen dürfe nicht allein dem kirchlichen Wohlfahrtsverband aufgetragen werden, sagte Radspieler im diözesanen Auftaktgottesdienst zur Caritas-Frühjahrssammlung in der Bad Windsheimer Pfarrkirche St. Bonifaz.

Wie die drei Beine des Schusterschemels, so Radspieler in seiner Predigt, seien für die Kirche Gottesdienst, Verkündigung und Taten der Nächstenliebe. Nach seinem Eindruck stelle jedoch eine wirkliche Zusammengehörigkeit von Caritas und Pfarrei noch eine Seltenheit dar. Die Hilfe für Notleidende dürfe aber nicht aus dem Gemeindeleben ausgeklammert und an hauptberufliche Helfer abgeschoben werden. Dies gelte auch für Demenzkranke und ihre Angehörigen.

„Demenzkranke und ihre Angehörigen begleiten“ stellt die Caritas in der Erzdiözese thematisch in den Mittelpunkt ihrer Frühjahrssammlung, die noch bis zum 27. Februar dauert. Der inhaltliche Schwerpunkt bestimmte auch die Gestaltung des Auftaktgottesdienstes, der erstmals außerhalb der Bischofsstadt Bamberg gefeiert wurde und in Zukunft jeweils an einem anderen Ort der Diözese stattfinden soll.

So brachten beim Gabengang pflegende Angehörige ihre Anliegen symbolisch zum Altar. Eine Uhr ohne Stunden- und Minutenzeiger stand für die ständige Inanspruchnahme. Eine Türglocke drückte den Dank aus, Freunde und Nachbarn jederzeit um Unterstützung bitten zu dürfen. Dekan Georg Birkel, Vorstand des Dekanats Neustadt/Aisch und Pfarrer von Bad Windsheim, betonte, gerade für Demenzkranke und ihre Angehörigen sei Gottes Zusage „Ich bin da“ lebensnotwendig.

Am Ende des Gottesdienstes sandte Weihbischof Werner Radspieler die Caritas-Sammler und –Sammlerinnen „mit dem Segen der ganzen Gemeinde“ aus. Er dankte ihnen für die Übernahme der „nicht leichten Aufgabe“, zweimal im Jahr in die Haushalte zu gehen und um Spenden für die Caritas zu bitten.

Bei der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes wirkten die Bergelmer Sängerinnen mit. Die inhaltliche Vorbereitung hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritasverbandes Neustadt/Aisch übernommen. Nach der Messfeier fand noch eine Agape im Pfarrzentrum statt.

Erstmals begleitet ein Veranstaltungsprogramm die Caritas-Sammlung. Vorsitzende Barbara Lendlein zeigte sich in ihren Begrüßungsworten zu Beginn des Gottesdienstes erfreut, dass der Kreis-Caritasverband Neustadt/Aisch als erster mit dem Diözesan-Caritasverband ein solches Programm ausarbeiten durfte.

Zu dessen Abschluss feiert Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon an diesem Sonntag, 27. Februar 2005, um 10.30 Uhr einen Gottesdienst im Caritas-Alten- und Pflegeheim Maximilian Kolbe in Scheinfeld (Schlossstraße 7). Im Rahmen des Gottesdienstes werden Krankenkommunion und Krankensalbung angeboten.

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