15. Dezember 2005

Erzbischof will Anliegen und Themen der Katholischen Schwangerenberatungsstellen in kirchliche Gremien tragen

Bei einem Gespräch mit dem Fachpersonal und den Trägern der Katholischen Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen seiner Diözese hat Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick zugesagt, die Arbeit dieser Einrichtungen in den kirchlichen Gremien des Erzbistums Bamberg stärker ins Bewusstsein zu heben. Dabei will er vor allem Themen wie die vorgeburtliche Diagnostik und den Umgang mit noch nicht geborenen behinderten Kindern einbringen. Als Voraussetzung dafür will der Erzbischof einen regelmäßigen Gedankenaustausch mit den Beraterinnen pflegen. Die drei Beratungsstellen in Ansbach, Bamberg und Nürnberg sollen ihr Profil schärfen, indem sie sich an aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen beteiligen und den Erzbischof in öffentliche Aktionen einbeziehen.

Die Zahl der Ratsuchenden war, wie die Beraterinnen Erzbischof Schick berichteten, in den letzten Jahren konstant. Durch den Ausstieg der katholischen Stellen aus dem staatlichen System der Konfliktberatung im Jahr 2001 sank zwar der Anteil der Konfliktberatungen. Zugenommen hat dagegen die Begleitung von Müttern und Familien nach der Geburt eines Kindes. Die Beraterinnen führen dies darauf zurück, dass sich in den einzelnen Familien die Probleme häufen. Arbeitslosigkeit, Verschuldung, Suchterkrankungen und Erziehungsprobleme treten oft miteinander verknüpft auf. In Nürnberg waren 2004 61,8 % der 981 beratenen Personen Migranten.

Einen verstärkten Beratungsbedarf sehen die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen bei der Vermeidung ungewollter Schwangerschaften von Jugendlichen. Dem dienen Workshops mit Jugendgruppen und Schulklassen. Auch insgesamt haben die Schwangerenberatungsstellen ihr Angebot an Kursen und Gruppenstunden für Frauen und Paare ausgeweitet.

An finanziellen Hilfen gaben die drei Beratungsstellen in Ansbach, Bamberg und Nürnberg vergangenes Jahr zusammen 637.408 Euro aus der Landesstiftung „Hilfe für Mutter und Kind“ weiter, die sich auf 819 Anträge verteilten. Außerdem vermittelten sie Unterstützungen aus dem Bischöflichen Hilfefonds in einer Gesamthöhe von 26.644 Euro.