18. April 2005

Hochachtung für ehrenamtliches Engagement

Kreuzbund Bayern tagte beim Diözesan-Caritasverband Bamberg

Im Dezember 2003 haben sich die sieben bayerischen Diözesanverbände des Kreuzbundes zusammengeschlossen, um ihre Interessen noch wirksamer vertreten zu können. Geschäftsführer und Diözesanvorstände sowie erstmals auch die Frauenbeauftragten kamen kürzlich in Bamberg zusammen, um über die Frauenarbeit in den Verbänden, die verstärkte Arbeit mit Jugendlichen – hier sollen Beauftragte für Familien einen wichtigen Beitrag leisten – und weitere Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung der Diözesanverbände zu diskutieren. Der Kreuzbund, ein Fachverband der Caritas, ist die Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke, Suchtgefährdete und ihre Angehörigen.

Gleich zu Beginn der Tagung, die im Dr.-Philipp-Kröner-Haus des Caritasverbandes für die Erzdiözese stattfand, bekundete Caritasdirektor Bernhard Simon seine „Hochachtung für das große ehrenamtliche Engagement“ des Kreuzbundes. Caritas müsse auf die Nöte der Menschen eingehen und deshalb differenziert und vielseitig sein wie diese Nöte. Sie sei Dienst der Kirche am Menschen.Der Geschäftsführer des Kreuzbundes Bayern, Reinhold Langner, bedauerte in seinen einleitenden Worten, dass zwar das Interesse für die Zielsetzung des Verbandes da sei, der Geldbeutel jedoch häufig geschlossen bleibe. Ehrenamt sei jedoch nicht selbstverständlich und bedürfe auch der finanziellen Unterstützung.Mittel auf Landesebene zu beschaffen ist unter anderem ein Schwerpunktbereich des Zusam-menschlusses der Diözesanverbände. Der Kreuzbund Bayern sieht sich des weiteren als Interessenvertretung gegenüber den staatlichen, politischen, sozialen und öffentlichen Einrichtungen, wenn es um das Thema „Sucht“ geht. Des weiteren zählt er Bildung und Schulung zu seinem Aufgabenbereich, denn ein vielschichtiges Seminarangebot aller angeschlossenen Verbände ermöglicht jedem die Teilnahme.

Das Angebot an Veranstaltungen war auch zentrales Gesprächsthema der Frauenbeauftragten aus den bayerischen Diözesanverbänden. Bei einem Erfahrungsaustausch stellten sie ihre Veranstaltungsangebote vor. Ihre Arbeit speziell für die Frauen in den Gruppen des Kreuzbundes sei „anerkannt“. Jedoch wurde auch beklagt, dass die finanzielle Unterstützung für die Seminarveranstaltungen oft zu wünschen übrig lässt. Die Frauenbeauftragten beschlossen, sich künftig regelmäßig zur Fortsetzung des Erfahrungsaustauschs zu treffen.Mehr als 10.000 Gruppenmitglieder treffen sich regelmäßig in den mehr als 350 Selbsthilfegruppen des Kreuzbundes in Bayern. Der Diözesanverband Bamberg umfasst 25 Gruppen in den Regionen Bamberg, Forchheim, Lichtenfels und Nürnberg. Bei den Treffen können Menschen, die unter einer Suchtkrankheit leiden, ihre eigene Situation schildern. Es kommen Möglichkeiten der Behandlung und Therapie zur Sprache. Durch vorgelebte Abstinenz wollen die Mitglieder des Kreuzbundes zu einem suchtmittelfreien Leben motivieren. Aber auch die Freizeitgestaltung und Geselligkeit spielen eine große Rolle.Nach Angaben des Kreuzbundes Bayern ist die Hilfe zur Selbsthilfe im Kreuzbund sehr erfolgreich: Fast 90 Prozent der Suchtkranken, die regelmäßig eine Gruppe besuchen, leben dauerhaft abstinent. Nur gut 10 Prozent sind innerhalb eines Jahres rückfällig geworden. Mehr als zwei Drittel der Rückfälle konnten innerhalb der Gruppe aufgefangen werden. Dies ist das Ergebnis einer Befragung, die vor einem Jahr durchgeführt wurde.