14. April 2005

Qualifizierung für Leiterinnen von Kindertagesstätten – Zeugnisübergabe nach zweijähriger Fortbildung bei der Caritas


Erfolgreich bestanden: nach 185 Unterrichtsstunden und einem Kolloquium können sich Sofia Kloos (2.v.l.), Dagmar Buchenberg (4.v.l.) und Roswitha Roster (2.v.r.) "qualifizierte Leiterinnen" nennen. Mit ihnen freuen sich Eva Kratzer (3.v.l.) und Christine Dambacher (rechts) vom Referat Kindertagesstätten des Caritasverbandes Nürnberg sowie Caritasdirektor Roland Werber.


Caritasdirektor Roland Werber überreicht die Zertifikate.
Fotos: Sauerbeck

Die Anforderungen an die Qualität von Kindertageseinrichtungen sind hoch. Um Leiterinnen für gegenwärtige und künftige Herausforderungen zu stärken, hat die Caritas in Bayern den Kurs "Qualifizierte Leiterin - Sozialmanagement in Tageseinrichtungen für Kinder" mit entwickelt. Nach zweijähriger Fortbildung und bestandener Abschlussprüfung dürfen sich jetzt in Nürnberg drei Erzieherinnen als qualifizierte Leiterinnen bezeichnen.

Strahlende Gesichter gab es, als der Nürnberger Caritasdirektor Roland Werber die Zertifikate überreichte. Sofia Kloos leitet seit drei Jahren den viergruppigen Kindergarten der Pfarrei Maria am Hauch, Dagmar Buchenberg ist Leiterin des integrativen Montessori-Kindergartens im Kinder- und Jugendhaus Stapf, das vom Caritasverband Nürnberg getragen wird, und Roswitha Roster ist für die Kinderkrippe von St. Ludwig mit zwei Gruppen zu jeweils 12 Kindern verantwortlich.

"Jede Einrichtung ist so gut wie ihre Mitarbeiter und jede Einrichtung steht und fällt mit der Leitung", sagte Werber. Die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen, die Kindertagesstätte nach außen hin zu vertreten, das Kindergartenteam zu leiten: zu all dem brauche es Erfahrung, Geschick und Kompetenz. "Ich wünsche Ihnen, dass Sie das erworbene Handwerkszeug immer richtig einsetzen können."

30, 25 und 15 Jahre Berufserfahrung bringen die drei Frauen mit. Trotzdem habe sich der Kurs für sie noch gelohnt, meinen die Erzieherinnen übereinstimmend. "Mir hat er geholfen, meine Rolle als Leiterin bewusst anzunehmen", stellt die "Dienstälteste" Kloos fest. Für Dagmar Buchenberg war "der Austausch auf gleicher Ebene unter Leiterinnen" das Wichtigste. Roswitha Roster fühlt sich neu motiviert für ihre Leitungsaufgabe: "Ich weiß jetzt, wo ich mir Sachen herholen kann, wenn es Probleme gibt."

Einheitliche Standards

"Jetzt gibt es bayernweit einheitliche Standards für die Leitung katholischer Kindertageseinrichtungen", erläuterte Eva Kratzer, Leiterin des Referats Kindertagesstätten des Caritasverbandes Nürnberg. "Von allen bayerischen Diözesen wird die Qualifizierung anerkannt." Gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Dambacher hat sie den Kurs begleitet und die abschließende mündliche Prüfung abgenommen.

In einzelnen Bausteinen mit insgesamt über 185 Unterrichtsstunden vermittelte der Kurs  Schlüsselkompetenzen, zu denen die religiöse Erziehung ebenso wie die Leitbildentwicklung und die Persönlichkeitsbildung, die "Professionskompetenz" oder Managementmethoden gehörten. Das von der Bayerischen Staatsregierung geplante Kindertagesstättengesetz und der neue Erziehungs- und Bildungsplan waren in der Qualifizierung noch kein Thema, erklärte Eva Kratzer. Für den fachlichen Austausch darüber gebe es andere Gesprächsforen. 

Die Leiterinnen-Qualifizierung wurde von den bayerischen Diözesancaritasverbänden und dem Caritasverband Nürnberg sowie dem Bayerischen Landesverband katholischer Tageseinrichtungen für Kinder konzipiert und an verschiedenen Orten in Bayern angeboten.

"Das waren zwei sehr anstrengende Jahre", meinte Christine Dambacher. "Wir sind auch ein wenig stolz, dass wir als kleine Beratungsstelle in Kooperation mit den Diözesancaritasverbänden Bamberg und Eichstätt die Qualifizierung durchführen konnten." 2006 soll ein zweiter Kurs unter Beteiligung der Nürnberger Caritas beginnen, kündigte die Sozialpädagogin an. Anmelden können sich Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen mit  zweijähriger Berufserfahrung.