13. April 2005

„Die Seelen zum Schwingen bringen“

Im Walburgisheim laden Ikonen zum Betrachten und zum Gespräch ein


Maria Münzel im Gespräch mit Bewohnern des Seniorenheimes Walburgisheim

„Ich freue mich, dass meine Bilder für einige Zeit bei Ihnen und mit Ihnen leben dürfen“, erklärte die Ikonenmalerin Maria Münzel bei der Eröffnung einer Ausstellung im Walburgisheim. Für ihre eindrucksvolle Darstellung biblischer Szenen erhielt sie von den Bewohnern des Seniorenheimes herzlichen Applaus.

Zur Vernissage der Ausstellung, die in Fluren und Räumen des Hauses am Jakobsberg zum Betrachten und zum Gespräch einlädt, waren u.a. Caritasdirektor Bernhard Simon und Prälat Walter Schirmer gekommen. Der Leiter des Walburgisheims, Rudolf Reinwald freute sich über die willkommene Bereicherung des Angebots für seine Bewohner. Er gab der Hoffnung Ausdruck, die Ikonen mögen mit ihrem unmittelbaren Bezug zur christlichen Glaubenswelt „die Seelen zum Schwingen bringen“, indem sie bei den Betrachtern die Vielfalt des gelebten Lebens in Erinnerung rufen.

Maria Münzel bezeichnet die nach jahrhundertealter Gesetzlichkeit gemalten Werke als „Predigt in Bildern, die das Wort Gottes klar und unverstellt vermitteln“. Für sie selbst sei das künstlerische Schaffen „ein Gottesdienst, hinter dem die Person des Ausführenden zurücktritt“. Die berühmten Vorbildern, z.B. der großen Muttergottes von Moskau, nachempfundenen Ikonen seien ein Fenster zur Ewigkeit und richteten sich an das Herz des Betrachters, hofft die 57jährige. Was vor 13 Jahren als Hobby begann, ist nach intensivem Studium und leidenschaftlicher Praxis zur Bestimmung und Berufung geworden. „Die Bilder wollen gemalt werden, es drängt mich förmlich dazu, und gleichzeitig bedeutet diese Arbeit in meiner freien Zeit Meditation und Ruhe.“

Rund hundert Ikonen hat die Caritas-Referentin für Familienhilfe mittlerweile geschaffen. Sie arbeitet vorwiegend mit Pigmentfarben, Eigelb und Wasser auf Lindenholz, beschichtet mit Leinwand und Kreidegrund. Mit der Präsentation im Walburgisheim geht sie bereits zum vierten Mal an die Öffentlichkeit. Ab 11. Mai werden Ikonen von Maria Münzel in der Kapelle des Schlosses Gleisenau bei Ebelsbach zu sehen sein.

Renate Steinhorst

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