5. April 2005

Caritas-Seniorenzentrum in Bamberg-Gaustadt eingeweiht

Senioren leben in Hausgemeinschaften

Nach zweijähriger Bauzeit konnte im Bamberger Stadtteil Gaustadt das neue Senioren- und Pflegezentrum St. Josef seiner Bestimmung übergeben werden. Erstmals verwirklicht der Diözesancaritasverband als Träger des Hauses hier das sogenannte Hausgemeinschaftsprojekt, eine Form gemeinschaftlichen Wohnens, die sich nach Aussage von Oberbürgermeister Herbert Lauer „in Bayern bewährt“ hat und die dazu dienen soll, die Senioren bestmöglich zu betreuen und zu fördern und ihre Lebensqualität zu erhalten. Und Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon bestätigte: „Wir sind mit diesem Konzept neue und sicher richtige Wege gegangen.“

Zahlreiche Gäste aus dem öffentlichen und kirchlichen Leben waren in das neue Gebäude an der Andreas-Hofer-Straße gekommen. Im Verlauf eines Gottesdienstes in der Kapelle segnete Weihbischof Werner Radspieler Ambo, Altar und Tabernakel. Die Kapelle ist dem heiligen Simeon und der heiligen Anna geweiht.

Jürgen W. Heike, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, gratulierte in seinem Grußwort zu einem „wohl gelungenen Haus“, in dem man die „angenehme Gemeinschaft“ spüre. Er erläuterte den Anwesenden einige Grundzüge des Gaustadter Wohngruppenkonzepts. Für jeweils zehn Personen steht neben dem eigenen Wohn-/Schlafzimmer mit Diele und Bad ein gemeinsamer Wohn-/Essbereich zur Verfügung. Entsprechend ihren Fähigkeiten beteiligen sich die Bewohner an den dortigen Aktivitäten (etwa Essen vorbereiten, Tisch decken, abräumen) , wobei sie eine ständig anwesende Mitarbeiterin als Bezugsperson begleitet und unterstützt. 50 Langzeitplätze stehen nun für dieses Konzept zur Verfügung. Eine der Hausgemeinschaften ist als beschützende Abteilung für an Demenz erkrankte Bewohner eingerichtet.

Altersdemenz stellt, so Heike weiter, die Altenhilfe heute vor neue Herausforderungen. Wie der Staatssekretär erläuterte, will die bayerische Staatsregierung hilfebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen Unterstützung anbieten, indem sie ein engmaschiges und bedarfsgerechtes Netz von ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen aufbaut, ein nutzerorientiertes differenziertes und qualifiziertes Hilfsangebot schafft, die Erreichbarkeit in Krisensituationen zuverlässig ermöglicht und ein abgestimmtes Handeln von Helfern und Kostenträgern fördert. Als „wichtig“ bezeichnete Heike auch die seit der neuen Heimmitwirkungsverordnung verbesserte Möglichkeit der Einbeziehung von Angehörigen in das Heimgeschehen.

Heike verwies auf die Bedeutung einer qualifizierten Ausbildung des Heimpersonals, da diesem über die Grund- und Behandlungspflege hinaus auch beratende und betreuende Aufgaben zukommt. Die Attraktivität der Pflegeberufe lasse sich durch eine gemeinsame Ausbildung steigern. Damit Pflege sowohl der Wiederherstellung wie auch der Verbesserung, Förderung und Erhaltung der Gesundheit dienen kann, bedarf es nach den Worten des Staatssekretärs einer Reform der Pflegeversicherung. Der Schwerpunkt müsse auf der aktivierenden Pflege liegen, deren Finanzierung deshalb in Zukunft durch die Pflegeversicherung erfolgen müsse.

Bei der Finanzierung des auf knapp 7,5 Millionen Euro veranschlagten Alten- und Pflegeheimes St. Josef kann der Caritasverband auf 873 000 Euro aus den Mitteln des Landesaltenplans rechnen. Der Stadtrat von Bamberg hat , wie der Oberbürgermeister bekannt gab, 870 000 Euro an Zuschüssen in Aussicht gestellt. Neben den Wohneinheiten und der Kapelle befinden sich der Wohnbereich für die indischen Assisi-Schwestern, die das Haus leiten, sowie ein Foyer mit Cafeteria im Gebäude. Eine Tagespflegestation mit insgesamt zehn Plätzen wird voraussichtlich Mitte des Jahres eröffnet. Vier Plätze für die Kurzzeitpflege sind in die Gruppen eingestreut.

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