4. April 2005

Ein Papst der Armen und Schwachen

Landes-Caritasverband Bayern zum Tod von Papst Johannes Paul II

„Die Caritas in Bayern trauert um Papst Johannes Paul II. Er hat, wie es in seinem geliebten Rosenkranzgebet heißt, unermüdlich unseren Glauben vermehrt, unsere Hoffnung  gestärkt und die Liebe in uns entzündet. Dafür gebührt ihm unser Dank“, sagte Landes-Caritasdirektor Prälat Karl-Heinz Zerrle in München.

Papst Johannes Paul II habe die Menschenrechte und die Würde des menschlichen Lebens von seinem Beginn im Mutterleib bis zum Tod kompromisslos verteidigt. Die besondere Liebe des Papstes habe den Armen und Schwachen, den Kranken und Behinderten gegolten. „Ihr steht mit Euerem Kreuz und Leid meinem Herzen besonders nahe“, habe er den behinderten Menschen zugerufen, die 1984 mit dem „Sonnenzug“ der Münchner Caritas nach Rom gepilgert waren. Er sei damals während einer Sonderaudienz im Vatikan von einem zum anderen gegangen und habe für jeden ein ganz persönliches tröstendes Wort gehabt. Unvergessen seien seine warmen und liebevollen Worte zu den alten und behinderten Menschen bei seinem Besuch im Münchner Liebfrauendom 1980.

Bei seinem Besuch in Deutschland 1987 habe der Papst mit Blick auf die ausländischen Mitbürger gesagt, die Kirche kenne keine Fremden. Er habe den Vorrang der Arbeit vor dem Kapital betont und Arbeitslosigkeit als Skandal bezeichnet, „wenn die zur Verfügung stehende Arbeit nicht gerecht verteilt und der Ertrag der Arbeit nicht auch dazu verwandt wird, neue Arbeit für möglichst alle zu schaffen.“ Diese Worte, sagte der Landes-Caritasdirektor, seien heute aktueller denn je.

Papst Johannes Paul II habe für die Menschen in Armut, Krankheit und Not Respekt, Solidarität und Hilfe angemahnt. Die barmherzige Hilfe für Menschen in Not, die Caritas, habe er immer als unverzichtbaren Auftrag der Kirche gesehen. Die Armen müssten sich in jeder christlichen Gemeinde „wie zu Hause“ fühlen. Neben dem Aufruf zur barmherzigen Hilfe für den einzelnen Menschen habe der Papst immer die Forderung nach weltweiter sozialer Gerechtigkeit gestellt.

Der Papst habe immer wieder betont, dass die Caritas in der Liebe Gottes gründe und „eingehüllt in das Gebet“ sein müsse. Menschenrechte und Gottesrechte gehörten zusammen. Wo Gott nicht geehrt werde, erhalte auch der Mensch nicht sein Recht und seine Ehre, habe der Papst 1987 bei der Seligsprechung von Pater Rupert Mayer, dem großen Münchner „Caritas-Apostel“, gesagt.

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