29. September 2004

Vorbildliches soziales Engagement gewürdigt

Bamberger Wohlfahrtsverbände verleihen ihren ersten Sozialpreis der Doktor-Robert-Pfleger-Stiftung


Weihbischof Werner Radspieler (rechts) überreicht den Sozialpreis an Prof. Dr. Johann Engelhardt (links). Der Preis, ein vom Bamberger Künstler Rüdiger Schmiedel gestaltetes Werk, will sowohl die Unterschiedlichkeit als auch die Verbundenheit der Sozialverbände symbolisieren.

Weihbischof Werner Radspieler, 1. Vorsitzender des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg, hat am gestrigen Dienstagabend den 1. Sozialpreis der Bamberger Wohlfahrtsverbände der Doktor Robert Pfleger-Stiftung überreicht. Der Preis würdigt das langjährige und beispielhafte soziale Engagement der Stiftung. „Sozialarbeit ohne die Mithilfe von Stiftungen können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen,“ sagte Weihbischof Radspieler bei der Preisverleihung.

In seiner Laudatio wies Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon darauf hin, dass die materielle wie psychische Not in unserer Gesellschaft wachse, der finanzielle Spielraum der Wohlfahrtsverbände aber immer enger werde. Er nannte als Beispiele die Zunahme verschuldeter Haushalte und die um sich greifende Kinderarmut, denen die Streichung der Landeszuschüsse für die Insolvenzberatung und die Kindererholung gegenüberstände. Ebenso sprach er vermehrte psychische Erkrankungen an und die Weigerung der Krankenkassen, ambulante Hilfen für psychisch Kranke weiterhin zu finanzieren. „In Zukunft,“ zog er daraus für die Wohlfahrtsverbände den Schluss, „werden wir noch viel stärker auf freiwilliges, privates und auch privatwirtschaftliches Engagement angewiesen sein.“

Simon dankte der Doktor Robert Pfleger-Stiftung, dass sie seit ihrer Gründung vor genau 30 Jahren die sozial-karitative Arbeit in der Region unterstützt. So förderte die Stiftung das Reha-Zentrum des Dr.-Robert-Pfleger-Rehabilitations- und Altenpflegezentrums St. Otto in Bamberg und den Bau des Seniorenzentrums St. Kilian in Hallstadt, beides Einrichtungen der Caritas, sowie den Anbau an den Kinderhort des Diakonischen Werks. Dem Bayerischen Roten Kreuz spendete die Stiftung einen Kleinbus für Behinderte, zwei rollstuhlgerechte Reisebusse und einen Blutspendebus, dem Dr.-Robert-Pfleger-Rehabilitations- und Altenpflegezentrums St. Otto ebenfalls einen Kleinbus. Erst am Freitag vor der Preisverleihung übergab die Stiftung einen weiteren Kleinbus an die Caritas-Tagespflege in Hallstadt. Außerdem unterstützte die Stiftung Weihnachtsaktionen für Asylbewerber und wendete dem Wohnungslosen-Treffpunkt „Menschen in Not“ 21.000 Euro zu.

Die Wohlfahrtsverbände, so Simon, hätten daher nicht lange überlegen müssen, wer als erste Träger ihres Sozialpreises, der künftig alle zwei Jahre vergeben werden soll, in Frage komme. Die Verleihung des Preises solle zugleich in die Gesellschaft hineinwirken und dazu ermuntern, soziale Verantwortung wahrzunehmen.

In seinen Dankesworten bezifferte Univ.-Prof. Dr. Johann Engelhardt die Förderung für sozial-karitative Zwecke, welche die Stiftung seit ihrer Gründung ausgegeben hat, auf 12 Millionen Euro. Dies sei beeindruckend, betonte der Stiftungsvorsitzende, da die Dr. Pfleger GmbH kein Weltkonzern, sondern ein mittelständisches Unternehmen sei.

Engelhardt kritisierte, dass es in Deutschland kein breites Einverständnis über die Fundamente des Sozialstaates und über die Rolle der Unternehmen in ihm mehr gebe. Leitvorstellung sei heute die offene, freie Marktwirtschaft. Daher schwänden Solidarität und soziale Verantwortung in der Gesellschaft. Die Eigennutzmaximierung sei aber nicht die Idee Robert Pflegers gewesen. Er habe aus Verantwortung gegenüber Belegschaft und Gemeinschaft gehandelt.

Die Arbeitsgemeinschaft Bamberger Wohlfahrtsverbände, die den Sozialpreis ins Leben gerufen hat, besteht aus dem Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg, dem Caritasverband für die Stadt Bamberg, dem Caritasverband für den Landkreis Bamberg, der Arbeiterwohlfahrt Bamberg, dem Diakonischen Werk Bamberg-Forchheim, dem Bayerischen Rote Kreuz und dem Sozialdienst katholischer Frauen Bamberg.

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