12. Oktober 2004

Ein Jahr Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Nordbayern

Mit fast 500 geführten Beratungsgesprächen blickt die Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Nordbayern (ZRB) auf ein erfolgreiches Jahr zurück. 420 Personen bzw. Familien erhielten von der ZRB Informationen und/oder Leistungen. Mehr als 200 Personen sind bisher mit Hilfe der Beratungsstelle in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt.

Die Zentrale Rückkehrberatung ist ein Pilotprojekt der Wohlfahrtsverbände in Kooperation mit der Landesaufnahmestelle des Freistaates Bayern. Die Arbeiterwohlfahrt Nürnberg, das Bayerische Rote Kreuz Nürnberg – Stadt, der Caritasverband Fürth und die Rummelsberger Anstalten bilden einen Trägerverbund für dieses Pilotprojekt. Geschäftsführender Träger ist die AWO Kreisverband Nürnberg.

Die ZRB ist ein Angebot für Flüchtlinge, die vor der Frage einer Rückkehr stehen und freiwillig bereit sind, sich mit dem Thema Rückkehr auseinander zu setzen. Kommen die Ratsuchenden zur ZRB, ist die Beratung zunächst ergebnisoffen. Gemeinsam mit den Flüchtlingen entwickeln die Beraterinnen Perspektiven für eine Rückkehr in Würde.

Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Flüchtlingsfonds und den Freistaat Bayern.

Flüchtlinge aus 34 verschiedenen Ländern kamen zur ZRB. Wobei die Hauptherkunftsländer der Irak, Serbien – Montenegro und Russland waren.

Die Hilfsangebote umfassen Weiterbildungsangebote und Existenzgründungshilfen ebenso wie eine Unterstützung bei der Beschaffung von Reisedokumenten und die Organisation des Reisewegs.

Um eine dauerhafte Rückkehr zu gewährleisten, arbeitet die ZRB mit den in den Herkunftsländern tätigen Hilfsorganisationen zusammen. Eine Nachbetreuung findet über Telefon, E-Mail oder Postkontakt statt. Bei Projektreisen werden einzelne Rückkehrer besucht, um sich über die Situation vor Ort ein besseres Bild machen zu können, Kontakte zu knüpfen und ggf. weiter Hilfsangebote machen zu können 

Konzept der Freiwilligkeit

Zentraler Punkt des Konzeptes ist die Freiwilligkeit, d.h. die Ratsuchenden dürfen nicht gedrängt werden die Beratungsstelle aufzusuchen. Dazu kommt, dass die Wohlfahrtsverbände sich nicht als verlängerter Arm des Staates verstehen. Sie sehen ihre Aufgabe nicht darin die Beendigung des Aufenthaltes zu forcieren. Die Beratung soll vielmehr im Sinne der Klienten verlaufen und ergebnisoffen sein.

Erfolgskonzept Verbände übergreifende Kooperation

Das Erfahrungspotential der einzelnen Träger in der Beratung von Migranten wird für die Rückkehrberatung genutzt. Beispielsweise unterstützen die Internationalen Abteilungen der Verbände die ZRB beim Aufbau von Kontakten in die Herkunftsländer der Flüchtlinge. Die Wohlfahrtsverbände sind den Ratsuchenden bekannt und haben einen Vertrauensvorschuss. Jeder Flüchtling kennt die Caritas, das Rote Kreuz, die Diakonie, die Arbeiterwohlfahrt. Die Klienten vertrauen somit den Beraterinnen. Dies erleichtert den angstfreien Zugang zur Beratungsstelle.

Finanzen

Selbstverständliche kosten die Hilfsangebote der Rückkehrberatung Geld. Dieses wird im Sinne der Ratsuchenden z.B. für Transportkosten, Medikamente oder Existenzgründungen eingesetzt. Im Gegenzug erreicht eine erfolgreiche Rückkehrhilfe Einsparungen im Bereich der Sozialausgaben des Landes und der Gemeinden. Diese liegen weit über dem Betrag, der für Rückkehrhilfe ausgegeben wird. Diese Einsparungen sind allerdings nicht vorrangiges Ziel der Beratung der Wohlfahrtsverbände, jedoch ein Nebeneffekt der Beratungsarbeit.

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