16. November 2004

„Caritas aus einer Hand“

Beratungshaus Geyerswörth offiziell eingeweiht


Weihbischof Werner Radspieler segnet die Räume des Beratungshauses


Die Bücherausstellung am Tag der offenen Tür

Ein lang gehegter Wunsch ging mit der Eröffnung des Caritas-Beratungshauses im Juli diesen Jahres in Erfüllung. Die bis dato über die Stadt verstreuten Beratungsstellen des Diözesan- und des Stadt-Caritasverbandes fanden unter einem Dach zusammen. Am vergangenen Freitag erhielt das Haus seine Weihe.

„Caritas aus einer Hand“ könne man den Hilfesuchenden nun bieten, freute sich Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon. Dabei spielten die unterschiedlichen Trägerschaften von Diözesan- und Stadt-Caritasverband für die einzelnen Dienste im Beratungshaus nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig sei der ratsuchende Mensch, und der habe oft mehr als ein Problem. Durch die Vernetzung im Beratungshaus könne ihm nun schnell und unbürokratisch geholfen werden, sagte Simon beim Festakt, der im Renaissancesaal von Schloss Geyerswörth gefeiert wurde.

Allgemeine Soziale Beratung sowie Beratung für Schuldner, für Flüchtlinge, für ausländische Arbeitnehmer, für Kinder, Jugendliche und Eltern und für Suchtkranke werde unter der Adresse Geyerswörthstraße 2 geboten, zählte Bernhard Poesdorf, Leiter des Hauses und Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Stadt Bamberg, auf. Die Katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in der Geyerswörthstraße 6 ist dem Zentrum angeschlossen.

Simon zeigte sich froh, dass das Haus, das seit Jahrzehnten mit dem Namen Caritas verbunden gewesen sei, „auch künftig im Dienst der Caritas steht“. Vor zweieinhalb Jahren war die Zentrale des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg von hier ins Dr.-Philipp-Kröner-Haus hinter der Stadtbibliothek umgezogen. Diese neue Verbandszentrale hat das Erzbischöfliche Ordinariat errichtet, und als Gegenleistung für deren Nutzung übereignete der Diözesan-Caritasverband die Geyerswörthstraße 2 der Erzdiözese. Gleichwohl war diese bereit, das Haus zum gemeinsam Domizil für die Beratungsstellen der Caritas umzubauen.

Simon betonte in seiner Ansprache, dass in diese Baumaßnahme keine Finanzmittel der Caritas und schon gar nicht Spendengelder geflossen seien. Vielmehr habe die Diözese ihre Mittel zugunsten von Menschen in Notlagen eingesetzt. Damit mache sie ihrem in Kürze in Kraft tretenden Pastoralplan alle Ehre, der die karitativen und sozialen Dienste neben Liturgie und Verkündigung zu den kirchlichen Kernaufgaben zähle.

Auch Poesdorf dankte dem Ordinariat für den „Mut zu der Investition“. Sie zeige den Stellenwert der Caritas im Bistum. Einen Zuschuss von 130.000 Euro hat das Deutsche Hilfswerk für die Einrichtung und Ausstattung des Beratungshauses gegeben.

Oberbürgermeister Herbert Lauer bescheinigte Diözesan- und Stadt-Caritasverband, sie hätten die Zeichen der Zeit erkannt. Dank des Beratungshaus würden die Klienten in Zukunft zufriedener sein. Gleichzeitig sei die Caritas ihrem grundlegenden Ansatz treu geblieben, den Menschen als ganzen zu sehen und ihm das zu geben, „was in der heutigen hektischen Zeit oft fehlt“: Zuwendung und Zuspruch.

Oberregierungsrat Karlheinz Kröner von der Regierung Oberfranken bezeichnete das Beratungshaus als „Kompetenzzentrum“, das für kurze Wege und Kundenfreundlichkeit stehe. Seine Notwendigkeit belege die teils „explosionsartige Erhöhung der Fallzahlen“, etwa in der Schuldnerberatung.

Mit dem Satz des Apostels Paulus „Wenn sich ein Glied des Körpers freut, freuen sich alle Glieder mit“ gratulierte Dietmar Horchheimer, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim, im Namen aller Wohlfahrtsverbände. Deren Zusammenarbeit könne das neue Zentrum befördern.

Den Umbau des Hauses Geyerswörthstraße 2 beschrieb Architekt Peter Schickel nicht nur als Spagat zwischen historischer Bausubstanz und moderner Nutzung. Darüber hinaus sei es darum gegangen, ein „Gebäude ohne Schwellenangst“ zu schaffen. Dazu zählte er auch die behindertengerechte Gestaltung, etwa durch den Einbau eines Aufzugs.

Nach dem Festakt in Schloss Geyerswörth segnete Weihbischof Werner Radspieler die Räume des Beratungshauses. Am Samstag war dann die Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür zur Besichtigung eingeladen. Neben Informationen über die Arbeit der Beratungsstellen wurden ein Kinderprogramm und Ausstellungen zum Thema „Sucht“ und über minderjährige Mütter angeboten.

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