5. November 2004

Bayreuth zu einer sozialen Stadt gemacht

Caritasverband Bayreuth feierte 25-jähriges Bestehen


Die Vorsitzende des Caritasverbandes Bayreuth, Renate Hartmann, bei ihrer Festrede

Mit einem feierlichen Vespergottesdienst und einem Festakt beging der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Bayreuth e.V. am gestrigen Donnerstagabend sein 25-jähriges Bestehen. Domkapitular Dr. Josef Zerndl, Regionaldekan für Bayreuth, dankte der Caritas im Namen aller Menschen, denen der Verband in diesen Jahren geholfen hat. Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz würdigte die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Caritas auf dem gesamten Gebiet des Sozialwesens. Dass sich Bayreuth als soziale Stadt bezeichnen dürfe, sei auch Verdienst des Caritasverbandes.

Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Bayreuth e.V. wurde am 6. November 1979 gegründet als Trägerverein für die im Jahr zuvor eröffnete Caritas-Sozialstation Bayreuth. Sozialstationen in Pegnitz und Hollfeld kamen 1980 und 1981 hinzu. Den „Beschäftigungseffekt“ dieser ambulanten Pflegedienste unterstrich beim Festakt Hermann Hinterstößer, der vorrechnete, dass die Sozialstation von fünf Beschäftigten bei seiner Gründung auf heute 32 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angewachsen sei.

Hervorgegangen ist der Caritasverband aus der Pfarrcaritas. 1946 übernahm als erste Hauptamtliche Johanna Neugebauer die Betreuung der unter den Kriegsfolgen leidenden Bevölkerung und der Vertriebenen. 1962 gründete der Diözesan-Caritasverband eine Kreis-Caritasstelle in Bayreuth. Fünf Jahre danach übernahm der ausgebildete Sozialarbeiter Hans Mahler deren Leitung; er wurde später der erste Geschäftsführer des Caritasverbandes. 1970 entstand eine Familienpflegestation. Die Beratungstätigkeit der Kreisstelle wurde 1972 auf Außenstellen in Pegnitz, Pottenstein, Waischenfeld und Fichtelberg-Mehlmeisel ausgeweitet.

Nach seiner Gründung kamen auf den Caritasverband rasch neue Aufgaben zu. Mit der Ankunft von vietnamesischen Bootsflüchtlingen und Asylbewerbern aus dem Bürgerkriegsland Libanon entstand die Flüchtlingsbetreuung; die Aussiedlerberatung folgte. 1983 übernahm der Caritasverband vom Landkreis Bayreuth das Alten- und Pflegeheim in Hollfeld; 1990 erhielt es eine Kurzzeitpflegestation als eigenständige Einrichtung. Im vergangenen Jahr übertrug das Caritasverband Bayreuth das Alten- und Pflegeheim, das gegenwärtig nach dem Hausgemeinschaftsmodell umgebaut wird, dem Diözesan-Caritasverband.

1986 gründete der Caritasverband das Frauenhaus Bayreuth und ab 1989 baute er eine Schuldnerberatung auf. 1992 eröffnete die Caritas das Georg-Paul-Finck-Haus als Begegnungsstätte für ältere Menschen. Im Jahr 2000 gründete sie das Freiwilligenzentrum, das inzwischen mit Diakonischem Werk und Bayerischem Roten Kreuz gemeinsam betrieben wird und im Januar 2003 in das Georg-Paul-Finck-Haus umgezogen ist. Eine Beratung für pflegende Angehörige, der Betreuungsverein, Schulbetreuung für Flüchtlingskinder und Jugendtreffs im Stadtteil „Burg“ und in Speichersdorf sind Projekte, die in den letzten Jahren ebenfalls verwirklicht wurden.

Seit der Gründung des Vereins vor 25 Jahren ist Renate Hartmann dessen Vorsitzende. Beim Festakt betonte sie, dass ein Großteil der Caritas-Arbeit ohne Ehrenamtliche nicht zu leisten sei, besonders im Frauenhaus, in der Kleiderkammer und dem ihr angeschlossenen Flohmarkt.

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