3. November 2004

Der letzte Engel der ersten Stunde kehrt zurück nach Indien

Diözesan-Caritasverband Bamberg verabschiedete Leiterin des Kathi-Baur-Alten- und Pflegeheimes St. Heinrich in Burgkunstadt


Mit einem Dank an alle, mit denen sie zusammengearbeitet hat, verabschiedete sich Schwester Gloria und dankte dabei auch Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon (links) und seinem Vorgänger Prälat Walter Schirmer (rechts), der sie und fünf weitere indische Schwestern 1966 nach Deutschland geholt hatte.

Sie ist die einzige von den indischen Schwestern der ersten Stunde, die noch immer im Erzbistum Bamberg tätig war. Jetzt kehrt auch Schwester Gloria Kuttikadan in die Heimat zurück. Mit einem Gottesdienst und einer Feier im Kathi-Baur-Alten- und Pflegeheim St. Heinrich in Burgkunstadt wurde sie verabschiedet.

„Die Engel kamen mit der Super Constellation“ lautete eine Schlagzeile, als 1966 die ersten Schwestern der Sisters of Mary Immaculate in Deutschland landeten, um in der Altenpflege des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg mitzuarbeiten. Schwester Gloria, die eine Ausbildung als Krankenschwester und Hebamme mitbrachte, war eine dieser „Pionierinnen“. Nach einer Einarbeitungsphase in Vierzehnheiligen und Forchheim sowie dem Besuch einer Altenpflegeschule in München wirkten die sechs Inderinnen im 1969 neu errichteten Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Martin in Bayreuth. Schwester Gloria arbeitete hier zunächst als Altenpflegerin und in der Verwaltung. Von 1980 bis 1986 leitete sie das Haus. Danach wechselte sie ins Kathi-Baur-Alten- und Pflegeheim St. Heinrich in Burgkunstadt. Von 1992 bis 1998 wirkte sie noch einmal im Bayreuther Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Martin, nun ganz in der Verwaltung, bis sie im Februar 1998 die Leitung des Heimes in Burgkunstadt übernahm. Nach 38 Jahren in Deutschland kehrt sie Ende des Monats nach Indien zurück, um sich dort in ihrem Orden neuen Aufgaben zu widmen.

„Bei der karitativen Arbeit geht es nicht nur um soziale Dienstleistung, sondern auch darum, Gott ins Spiel zu bringen durch menschenfreundliche Zuwendung zu denen, die sie am meisten brauchen“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon in der Predigt und bescheinigte Schwester Gloria, dass sie diese „heilmachende Zuwendung Gottes in unseren Altenheimen gezeigt hat“. In den 38 Jahren ihres Wirkens sind umbrechende Veränderungen in der Altenhilfe vor sich gegangen, in die sich Schwester Gloria immer wieder habe einarbeiten müssen. Sie sei stets freundlich, fröhlich und hilfsbereit gewesen, lobte Simon und unterstrich besonders ihre Sorge für die Sterbenden. Dies alles sei ihr nur durch ihr Gottvertrauen möglich gewesen, „ohne das man nicht in ein fremdes Land gehen kann.“

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