Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 25. März 2004

25. März 2004

Wohngruppen für den Lebensabend - Erzbischof segnete neues Senioren- und Pflegeheim St. Josef in Fürth


Erzbischof Ludwig Schick segnete den Altar in der von dem Künstler Friedrich Koller gestalteten Hauskapelle. Konzelebranten waren Regionaldekan Theo Kellerer (links am Altar), Pfarrer André Hermany (2. von rechts) und der Fürther Dekan Karl Wuchterl (rechts).


Bewohnerinnen freuten sich über ein  Wort des Erzbischofs.
Fotos: Sauerbeck

Nur noch das Mosaik mit Josef, Maria und dem Kind am Eingang erinnert an den Vorgängerbau. Mit dem ersten, 1966 errichteten Senioren- und Pflegeheim St. Josef in der Benno-Mayer-Straße in Fürth hat das neue Haus nicht mehr viel gemein. Nach nicht einmal zwei Jahren Bauzeit konnte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Josefstag den nach neuesten Erkenntnissen der Alterswissenschaft konzipierten Neubau segnen und die Hauskapelle benedizieren. Bauherr und Träger ist der Caritasverband Nürnberg.

Es sei sinnvoll, dieses Haus unter das Patronat des heiligen Josef zu stellen, sagte Schick in seiner Predigt. Er sei der sorgende und liebende Mensch, der selbstlos und unauffällig seinen Dienst tue. "Lassen Sie sich von ihm inspirieren", wandte er sich an die Mitarbeiter des Hauses. Er stellte ihnen auch das Beispiel Jesu vor Augen, der nicht gekommen sei, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. Die Angehörigen bat er, die Beziehung zu den alten Menschen nicht abreißen und diese durch Besuche an ihrem Leben teilhaben zu lassen.

80 Plätze bietet das neue Senioren- und Pflegeheim St. Josef. "Wohnen und Leben wie Zuhause" heißt die Zielvorstellung, die Heimleiter Christian Habermann mit seinem Team in neun Wohngruppen, verteilt auf fünf Etagen, verwirklichen will. Für das Gemeinschaftsleben stehen außerdem ein Garten, Balkone und eine Cafeteria zur Verfügung.

Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung würdigte das Engagement der Kirchen in der Stadt. Sie “leisten einen Beitrag, der für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist". Das Proprium der Caritas, die christliche Spiritualität, solle hier spürbar werden, wünschte der für die Caritas zuständige Bamberger Weihbischof Werner Radspieler.

Das Senioren- und Pflegeheim St. Josef öffnet sich bewusst für Menschen aus dem Stadtteil. So können ältere Nachbarn zum Mittagstisch in das Haus kommen. Gottesdienste in der Hauskapelle laden zum Mitfeiern ein. Der evangelische Fürther Dekan Michael Hochstädter dankte ausdrücklich dafür, dass die evangelischen Christen "Gastrecht" in der Kapelle haben. Damit das Wort Gottes allen verkündet werde, überbrachte die Kolpingsfamilie Fürth als Geschenk eine Bibel.

Der Vorgängerbau habe nicht mehr den heutigen Erfordernissen eines vor allem auf pflegebedürftige Personen ausgerichteten Hauses entsprochen, erinnerte der für die Planung und Durchführung verantwortliche Architekt Peter Weyh von der Joseph-Stiftung. Da eine Sanierung aus Kostengründen nicht in Frage gekommen sei, sei die Entscheidung für einen Ersatzneubau gefallen.

Nach dem Abriss des alten Heims im April 2002 wurde der Ersatzneubau zügig vorangetrieben. Bereits ein Jahr später wurden Grundsteinlegung und Richtfest gefeiert. Im vergangenen Dezember zogen die ersten Bewohner ein, mittlerweile sind alle Heimplätze belegt und Interessenten können sich auf einer Warteliste vormerken lassen.

Nürnbergs Caritasdirektor Roland Werber dankte  der Heimleitung und allen Mitarbeitern sowie dem Hausgeistlichen Theodor Sitzmann, der "als guter Hirte" mit den Bewohnern für die Dauer der Bauzeit in Wohnmodule umgezogen und mit ihnen wieder nach Fürth zurückgekehrt sei. "Durch ihren Zuspruch haben Sie viele Ängste und Unsicherheiten abgebaut." Eine qualitativ hohe Pflege setze aber nicht nur hochmotivierte  Mitarbeiter, sondern auch entsprechende räumliche Bedingungen voraus. Werbers Dank ging daher an alle, die zum Gelingen des Projekts  beigetragen haben.  Der Joseph-Stiftung dankte er für die gute wirtschaftliche und technische Betreuung.

An der Finanzierung des 8,4 Millionen Euro teuren Ersatzneubaus beteiligten sich der Freistaat Bayern, die Stadt Fürth, das Deutsche Hilfswerk, die Erzdiözese Bamberg und der Caritasverband Nürnberg.

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