Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 24. März 2004

24. März 2004

Caritas-Ausstellung mit Fotografien junger Mütter erzielte bei Schülern große Resonanz

„Meine Eltern würden mich rausschmeißen.“ Diese Befürchtung einer 14-jährigen Jugendlichen zum Thema ungeplante Schwangerschaft war unzählige Male auf den Plakaten zu lesen, die die Schüler von insgesamt 18 Schulen im Rahmen der Workshops zur Ausstellung „oh my baby!“ erarbeiteten.

Der Diözesan-Caritasverband hatte vom 20. Februar bis 13. März im Foyer seiner Zentrale Dr.-Philipp-Kröner-Haus in Bamberg Photoporträts junger Mütter und ihrer Kinder gezeigt. Die Beraterinnen der Katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen der Caritas in Bamberg hatten es sich zum Ziel gesetzt, anhand der Ausstellung mit möglichst vielen jungen Menschen über die Problematik einer ungeplanten frühen Schwangerschaft zu sprechen. Die Resonanz war groß; 409 Schülerinnen und Schüler aller Schularten sowie Hebammen und Kinderkrankenschwesternschülerinnen nahmen das Angebot wahr. Insgesamt sahen 820 Besucher die Ausstellung.

Die jungen Leute erhielten die Aufgabe, sich in die Situation einer jugendlichen Mutter einzufühlen, und gemeinsam zu überlegen, in welchen Lebensbereichen sich für diese Frau Veränderungen ergeben. Ängste, den Freund zu verlieren, die Unterstützung der Eltern versagt zu bekommen, die Ausbildung nicht beenden zu können, nannten viele Jugendliche. Aber auch die Frage, ob sie in ihrem Alter schon reif für das Elternsein wären, sprachen die Schülerinnen und Schüler an. Dennoch wurden auch die Stärken der jungen Frauen, die sich oft gegen die Stimmen in ihrem persönlichen Umfeld für ihr Kind entschieden hatten, benannt: Zuwachs an Selbstbewußtsein durch die Übernahme von Verantwortung, Durchsetzungsvermögen.

Die Photos der minderjährigen Mütter mit ihren Babys hinterließen Empfindungen von Hochachtung und Mitgefühl. Es sei in unserer auf Leistung und Erfolg ausgerichteten Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich, die eigene Lebensplanung durch eine ungeplante Schwangerschaft durchkreuzen zu lassen, gaben viele Schüler zu.

Gegenwärtig ist die Ausstellung „oh my baby!“ noch bis 2. April im „Fenster zur Stadt“ der Katholischen Stadtkirche in Nürnberg zu sehen. Danach wandert sie nach Bayreuth.

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