Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 22. März 2004

22. März 2004

Für alte Menschen: Erlanger Caritas richtet mobile Tagespflege ein

Mit der Einrichtung einer mobilen Tagespflege ergänzt der Caritasverband Erlangen-Höchstadt sein Versorgungs- und Dienstleistungsangebot um eine weitere Komponente. Mobile Einsatzkräfte kommen bei Bedarf ins Haus und bleiben mehrere Stunden bei dem alten Menschen, um Angehörige zu entlasten.

Müssen sich die Angehörigen eines pflegebedürftigen älteren Menschen im Rahmen der Tagespflege sonst auf einen oder mehrere (halbe) Tage pro Woche verbindlich festlegen, an denen dieser eine Tagesstätte besucht, so richtet sich die mobile Tagespflege ganz nach dem jeweiligen Bedarf. Dabei geht es nicht um medizinische Pflege oder Hauswirtschaft, die von den vier Sozialstationen der Caritas abgedeckt wird. Die Aufgabe der acht neuen Caritas-Mitarbeiterinnen besteht vielmehr in „Homesitting“. Sie beaufsichtigen und versorgen den alten Menschen ähnlich ehrenamtlichen Besuchsdiensten – gehen mit ihm spazieren, helfen ihm beim Essen, den üblichen Handreichungen und der Verrichtung ihrer menschlichen Bedürfnisse. Da sie der Schweigepflicht unterliegen, dürfte es leichter fallen, sie in Anspruch zu nehmen als den ehrenamtlichen Betreuer aus der Nachbarschaft, ist der Geschäftsführer der Caritas, Johann Brandt überzeugt.

Die kurzfristige, flexible Form der Betreuung wird laut Brandt in Erlangen umso nötiger, als bisherige Altentagesstätten in Erlangen aus finanziellen Gründen bereits ausgefallen oder im weiteren Fortbestand nicht gesichert sind. Es sei jedoch nicht das Anliegen der Caritas, die Kapazität an stationären Plätzen auszubauen, sondern die Menschen beim Verbleib in ihren eigenen vier Wänden möglichst lange und bedarfsgerecht zu unterstützen.

Angehörige, so Brandt, könnten mit Hilfe des neuen mobilen Dienstes guten Gewissens und ohne Angst das Haus verlassen, um beispielsweise einen Ämtergang zu erledigen oder gesundheitlich zu regenerieren. Es entfalle das bei verwirrten oder dementen Alten häufig anstrengende Vorbereiten und Hinbringen zur Tagesstätte; auch sei es für den Betroffenen angenehmer in seiner vertrauten Umgebung zu verbleiben.

Bei der mobilen Tagespflege, so betont der Caritas-Geschäftsführer, handele es sich um ein „Niedrigpreisangebot“. Da es sich nicht an Gewinn orientiere, aber selbstkostendeckend sein müsse, wird für die ersten drei Stunden Betreuung – sie gelten als Mindestzeit – ein Kostenbeitrag von 30 Euro erhoben. Jede weitere angefangene Stunde kostet 9 Euro. Vor der Erstbetreuung ist eine Verwaltungspauschale in Höhe von 25 Euro zu entrichten, die aber entfällt, wenn der Patient schon von einer Sozialstation gepflegt wird. „Unsere Leistung muss den Leuten etwas wert sein“, meint Brandt. Im Vergleich zu einer Wellness-Stunde im Freizeitbad, die sich auf 40 bis 60 Euro belaufe, sei die mobile Tagespflege übrigens ausgesprochen günstig.

Von 8 Uhr bis 18 Uhr stehen die acht Frauen der mobilen Tagespflege standardgemäß für den Einsatz zur Verfügung. Nach Vereinbarung halten sie sich aber auch schon ab 6.30 Uhr und bis nach 22 Uhr bereit. Auch am Wochenende lassen sie sich buchen. Die Mitarbeiterinnen sind sich bewusst, dass sie mit der mobilen Tagespflege nicht dauerhaft ihre Existenz sichern können, sondern projektbezogen arbeiten und auch nicht nach den allgemeinen Vergütungsrichtlinien der Caritas bezahlt werden. Sie üben keine hauptberufliche Tätigkeit aus und erbringen keine Leistungen nach dem Versicherungsgesetz. Sie müssen mindestens den Kurs zur pflegerischen Betreuung Angehöriger absolviert haben, werden ständig fachlich betreut und haben – mit den Sozialstationen Erlangen-Süd, Bubenreuth, Herzogen-aurach und Höchstadt – „ein Netz von Fachpflegekräften immer im Hintergrund“. Durch die mobile Tagespflege kommt laut Brandt eine weitere Vernetzung in die soziale Landschaft. „Eine kleine Kettenreaktion“ sei eingeplant, da durch die mobile Tagespflege der Bekanntheitsgrad der Sozialstationen zunehme und mancher, der mit der mobilen Tagespflege zufrieden gewesen sei, möglicherweise später auch die Pflege der Sozialstation in Anspruch nehme.

Die Mobile Tagespflege ist zu buchen unter der Telefonnummer (09131) 88560 bei der Caritas in Erlangen zu den Geschäftszeiten Montag bis Donnerstag von 9.30 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 15.30 Uhr sowie Freitag 9.30 Uhr bis 12 Uhr. E-Mail: info@caritas-erlangen.de, Website: www.caritas-erlangen.de

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