Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 22. März 2004

22. März 2004

Friedens-Schulen als Hilfe zur Selbsthilfe
Erzieherinnen unterstützen „Kinderhilfe Afghanistan

„Statt zu kämpfen lieber lernen und durch Bildung die Grundlage für den Frieden in Afghanistan schaffen“. Mit dieser Kernaussage seines Vortrags über die Ziele der Kinderhilfe Afghanistan fand Dr. Reinhard Erös in der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik im Haus St. Elisabeth lebhaftes Echo. Sein beeindruckender Bericht über die engagierte Arbeit der von ihm 1998 gegründeten Organisation löste eine interessante Diskussion bei den angehenden Erziehern und Erzieherinnen aus.

In der bis auf den letzten Platz besetzten Aula betonte Schulleiter Jürgen Melber eingangs, dass die Schule nicht nur für Leistungsnachweise und die Praxis im eigenen Land ausbilden sondern auch den Blick nach außen öffnen wolle. „Wenn wir andere Weltanschauungen kennen und akzeptieren, können wir uns wirkungsvoller für eine gute Zukunft aller Kinder dieser Welt einsetzen.“

Dr. Reinhard Erös gab einen umfassenden Überblick über die Situation in Afghanistan, wo er mit seiner Frau und vier Kindern viele Jahre gelebt und selbst als Arzt, seine Frau als Lehrerin tätig war. „Die Afghanen verfügen über eine uralte Kultur, sie sind liebenswert, Gastfreundschaft ist ihnen heilig, der dortige Islam ist tolerant“, versicherte der Redner und bekannte, dass ihm diese Menschen „sehr ans Herz gewachsen sind“. Das Projekt „Kinderhilfe Afghanistan“ umfasse heute in den Ostprovinzen des Landes und in Flüchtlingslagern in Pakistan Basisgesundheitsstationen, Mutter-Kind-Kliniken, Friedensschulen, verteile Milch an Kleinkinder und betreue Waisenkinder. Durch „Hilfe zur Selbsthilfe“ werde vor allem die Land- und Kleinstadtbevölkerung unterstützt. Mit den aus privaten Spenden, besonders von deutschen Schülern, Schulklassen und Schulpatenschaften finanzierten Projekten würden viele hilfsbereite Deutsche am Aufbau eines friedlichen und glücklichen Afghanistan mitwirken. Ein wichtiges Ziel der Projektarbeit sei es, interkulturelle Kompetenz zu entwickeln. Dieses Ziel werde in den seit 1998 nach und nach eröffneten Schulen in Peschawar, Nangahar, Jalalabad und Tora Bora bereits konsequent verfolgt und auch in den zur Zeit entstehenden Dorfschulen angestrebt.

Eindrucksvoll schilderte der ehemalige Bundeswehrarzt, wie er während des Krieges in bombensicheren Höhlen eine medizinische Versorgung aufbaute, in denen jährlich rund 300.000 Patienten versorgt werden konnten. Tretminen würden noch heute täglich durchschnittlich elf Todesfälle bzw. schwere Verstümmelungen verursachen. Dr. Erös plädierte dafür, verletzte Kinder vor Ort zu behandeln und nicht nach Deutschland zu holen, weil der Aufenthalt in einem reichen Land und die anschließende Rückkehr in die Armut häufig einen Schock auslösten und sich erfahrungsgemäß negativ auswirkten. Außerdem könne man mit den für einen einzelnen Fall in Deutschland entstehenden Kosten in Afghanistan einer Vielzahl von Patienten helfen.

Nach der von Dr. Ulrike Roppelt moderierten engagierten Diskussion war es für die Schülerinnen und Schüler der Fachakademie für Sozialpädagogik Ehrensache, die Kinderhilfe Afghanistan zu unterstützen. Dr. Erös betonte, dass alle deutschen Mitarbeiter ehrenamtlich, ohne Spesen oder Aufwandsentschädigungen arbeiten, die Spenden daher ohne jeden Abzug die bedürftigen Kinder erreichen. Spendenkonto: „Kinderhilfe Afghanistan“, Liga Bank Regensburg, BLZ 750 903 00, Kto. 132 5000. Mehr Information: www.kinderhilfe-afghanistan.de

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