Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 10. März 2004

10. März 2004

„Junge Mütter sind nicht überfürsorglich“
Vortrag im Rahmen der Ausstellung „oh my baby“

„Die Familie ist so wichtig wie eh und je, sie hat den größten Einfluss auf die Entwicklung der Kinder“. So lautete das Resümee eines Vortrags von Dr. Marina Rupp unter dem Titel „Wandel in der Familie und im Lebenslauf von Frauen“. Mit der Referentin des Staatsinstituts für Familienforschung diskutierten auf Einladung der Katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen der Caritas in Bamberg zahlreiche Interessenten über Veränderungen der Familien- und Lebensformen.

Aus den Forschungsergebnissen des Staatsinstituts berichtete Dr. Rupp, dass die Zahl der Einpersonenhaushalte, der Unverheirateten, Alleinstehenden und Stieffamilien ständig steige, die Zahl der Geburten aber abnehme. Auch Scheidungen seien im Zunehmen begriffen, wovon in Deutschland jährlich etwa 150.000 Kinder betroffen seien. Wegen der hohen Anforderungen sei es für Frauen sehr schwierig, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Dies betreffe vor allem Alleinstehende, die alle Aufgaben alleine bewältigen müssten.

Als Grund für abnehmende Geburtenraten und das steigende Alter der Mütter nannte die Referentin ungünstige Rahmenbedingungen. So sei die Berufsunterbrechungszeit nach der Geburt kürzer geworden, die Scheidungsrate auf rund ein Drittel gestiegen. „Bevor sie sich für ein Kind entscheiden, möchten beide Partner über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen,“ führte Marina Rupp aus. Das Einkommen des Mannes solle ausreichend sein, die Familie zu ernähren. Eine eigene Wohnung, ein eingerichteter Haushalt sollten zur Verfügung stehen. All diese Voraussetzungen zu erfüllen, dauere erfahrungsgemäß lange.

Auf Grund umfangreicher Befragungen plädierte Dr. Marina Rupp dafür, sich möglichst in jungen Jahren für ein Kind zu entscheiden, denn „junge Mütter sind offener, seltener überfürsorglich, sie sind psychisch belastbar, flexibel, und sie können an der Aufgabe reifen“. Allerdings müssten die Möglichkeiten der Kinderbetreuung durch Politik und Gesellschaft dringend verbessert werden, weil junge Eltern, vor allem die Mütter, Entlastung brauchen.

Der Vortrag fand im Begleitprogramm zur Ausstellung „oh my baby!“ statt. Noch bis diesen Samstag, 13. März, zeigt der Diözesan-Caritasverband im Foyer des Dr.-Philipp-Kröner-Hauses in Bamberg (Obere Königstr. 4 b) Fotoporträts sehr junger Mütter und ihrer Kinder.

[nach oben]   [zurück]