Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 8. März 2004

8. März 2004

Alleinerziehende brauchen Unterstützung – Psychologin vom Staatsinstitut für Familienforschung sprach beim Diözesan-Caritasverband

Ob es Frust oder Lust bedeutet, wenn ein Elternteil sein Kind allein erzieht – diese Frage diskutierten zahlreiche Besucher eines vom Diözesan-Caritasverband initiierten Informationsabends. Dabei waren sich Fachleute und Betroffene einig: Allein erziehende Eltern haben es besonders schwer und brauchen dringend jede nur mögliche Unterstützung durch Gesellschaft und Politik.

Dr. Ruth Limmer, Psychologin am Bamberger Staatsinstitut für Familienforschung, berichtete über die Ergebnisse einer Befragung, die im Auftrag des Familienministeriums zur Problematik der Alleinerziehenden durchgeführt worden war. 17 Prozent aller Eltern seien alleinerziehend, davon 88 Prozent Frauen, führte die Referentin aus. Viele dieser Mütter lebten in einer belastenden finanziellen Situation, vor allem weil sie für ihre zur Existenzsicherung unabdingbar erforderliche Berufstätigkeit nicht genügend bezahlbare Angebote an Kinderbetreuung vorfänden. Allein erziehende Väter erhielten hier erfahrungsgemäß mehr Entlastung aus ihrem eigenen Umfeld und hätten auch weniger finanzielle Probleme.

Limmer ging auf die besonderen Anforderungen, Risiken und Belastungen ein, mit denen Alleinerziehende in Erziehung und Beziehungsarbeit konfrontiert seien, und betonte: „Eltern bleiben Eltern – auch nach Trennung und Scheidung“. Sie plädierte dafür, dass die Eltern ihre Beziehung nach einer Trennung neu gestalten. Wenn sie sich aktiv mit den Anforderungen auseinandersetzten und die eigenen Gestaltungsspielräume nützten, würde dies die Entwicklungschancen für ihre Kinder verbessern.

Der Vortrag fand im Begleitprogramm zur Ausstellung „oh my baby!“ statt. Noch bis zum 13. März zeigt der Diözesan-Caritasverband im Foyer des Dr.-Philipp-Kröner-Hauses in Bamberg (Obere Königstr. 4 b) Fotoporträts sehr junger Mütter und ihrer Kinder.

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