Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 2. März 2004

2. März 2004

Gottesdienst im Bamberger Dom eröffnet Caritas-Sammlung
Neben Spenden erbittet die Caritas auch Unterschriften gegen den Sozialabbau

Mit einem Gottesdienst im Bamberger Dom eröffnet die Caritas am kommenden Sonntag ihre Frühjahrssammlung in der Erzdiözese. Die Eucharistiefeier, die um 11.30 Uhr beginnt, zelebrieren Weihbischof Werner Radspieler, der auch die Predigt hält, Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon und dessen Vorgänger Prälat Walter Schirmer.

Die Caritas-Sammlung steht unter dem Motto „Not sehen und handeln“ und erbittet Spenden für die soziale Arbeit der Caritasverbände. Am Wochenende des 7. März werden die Gläubigen in allen katholischen Gottesdiensten bei der Kollekte um ihre Unterstützung gebeten. Vom 8. bis 14. März sammeln ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an den Haustüren. Spenden können auch auf das Konto Nr. Konto 9003002 des Diözesan-Caritasverbandes bei der LIGA Bank Bamberg (BLZ 750 903 00) eingezahlt werden.

Vor und nach dem diözesanen Eröffnungsgottesdienst bittet die Caritas auch um Unterschriften für ihre Aktion „Stoppt den Sozialabbau!“, mit der sie die Landesregierung auffordert, nicht auf Kosten benachteiligter Bürger zu sparen. Denn die Caritas-Sammlung steht in diesem Jahr unter dem Eindruck drastischer Einschnitte im Sozialbereich.

Allein die bayerische Landesregierung wird in ihrem Nachtragshaushalt 2004 den Sozialetat rückwirkend zum Jahresbeginn um über 161 Millionen Euro kürzen. Durch die Reduzierung oder komplette Streichung von Zuschüssen des Landes sind dringend benötigte Hilfeangebote der Caritas in ihrer Existenz bedroht. Dazu zählen die Insolvenzberatung für verschuldete Menschen, das Betreuungswesen, die Beratung für Asylbewerber, Aussiedler und ausländische Arbeitnehmer, die Erholungsmaßnahmen für gesundheitlich angeschlagene Kinder aus sozial schwachen Familien und die Mutter- und Mutter-Kind-Kuren sowie die Hilfe für wohnungslose Menschen. Vom Wegfall dieser sozialen Dienste wären in der Erzdiözese Bamberg rund 11.500 Menschen betroffen.

Die Caritas setzt schon jetzt erhebliche eigene Finanzmittel ein, um ihre Hilfeangebote aufrecht zu erhalten. In der Asylbewerberberatung liegt der Eigenanteil bei fast 50 %, das waren 2003 rund 268.000 €. Bei der Betreuung von Aussiedlern ist es deutlich mehr als ein Drittel (Caritas: 299.000 €, Land: 215.000 €, Bund: 184.000 €). Bei Erholungsmaßnahmen für Kinder beträgt die kirchliche Förderung (Caritas und Pfarreien) ebenfalls fast 50 %; die Zuschüsse des Landes machen gerade mal 11 % aus. Einen noch höheren Eigenanteil kann die Caritas aus eigener Kraft nicht erbringen. Denn wegen ihrer prekären Haushaltslage kürzt auch die Erzdiözese Bamberg der Caritas den Zuschuss aus Kirchensteuermitteln um 10 Prozent. Dadurch fehlen der Caritas rund 1,65 Millionen Euro.

Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon hat die Pfarrer gebeten, die Unterschriftensammlung auch in ihren Gemeinden durchzuführen, insbesondere am Caritas-Sonntag am 7. März. Die gesammelten Unterschriften der landesweiten Aktion der Caritas werden die bayerischen Diözesan-Caritasdirektoren am 15. März der Landesregierung übergeben.

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