Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 17. Juni 2004

17. Juni 2004

Familienpflegerinnen sind eine notwendige Unterstützung
Caritas rät Familien vom Verzicht auf qualifizierte Hilfen ab –
Zuschüsse können vermittelt werden

Die neuen Zuzahlungsregelungen, die mit der Gesundheitsreform zu Beginn diesen Jahres in Kraft getreten sind, haben dazu geführt, dass Familien, die die Dienste einer Familienpflegerin in Anspruch nehmen, stärker belastet werden. Dadurch ist ein Rückgang der Nachfrage bei den Familienpflegestationen zu beobachten. Der Caritasverband in der Erzdiözese Bamberg ruft betroffene Familien auf, dennoch nicht auf die oft notwendige, qualifizierte Unterstützung zu verzichten. In begründeten Fällen kann ihnen aus Mitteln von Caritas und Kirche ein finanzieller Zuschuss gewährt werden.

Die Familienpflegerin unterstützt Familien, wenn der Elternteil, der den Haushalt führt, ausfällt. Dass die Mutter ins Krankenhaus oder zur Kur gehen muss, sind typische Fälle. Aber auch bei einer schweren Erkrankung ohne Klinikaufenthalt kann die Familienpflegerin die Mutter entlasten.

Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz verlangt von den Familien eine Zuzahlung von 10 Prozent der Kosten, wenn sie eine Familienpflege in Anspruch nehmen. Mindestens sind 5, höchstens 10 Euro täglich zuzuzahlen. Eine Familienpflegerin kostet 19,66 € die Stunde und ist durchschnittlich vier Stunden täglich in der Familie, kann dort aber auch bis zu acht Stunden im Einsatz sein. Der Höchstbetrag von 10 € Zuzahlung ist daher schnell erreicht.

Die Familien sind bei der neu eingeführten Zuzahlung zusätzlich benachteiligt: Während andere Zuzahlungen – etwa bei einem Klinikaufenthalt oder einer Kur – auf 28 Tage begrenzt sind, gibt es diese Beschränkung bei der Familienpflege nicht. Hier ist die Zuzahlung in jedem Fall für die gesamte Dauer des Einsatzes zu entrichten. 11 % der Einsätze, die 2003 Familienpflegestationen der Caritas im Erzbistum Bamberg leisteten, dauerten jedoch länger als 28 Tage.

Eine weitere Belastung besteht darin, dass die Familien außerdem die Zuzahlung für den Klinikaufenthalt oder die Kur des kranken Elternteils aufbringen müssen. Besonders benachteiligt sind auch Familien, bei denen die Mutter unter schweren chronischen Erkrankungen leidet, etwa eine Chemotherapie machen muss oder Depressionen hat. Dann muss die Familienpflegerin mehrfach über das Jahr verteilt einspringen, so dass auch mehrmals Zuzahlungen anfallen.

Aus diesen Gründen beobachten die Caritas-Familienpflegestationen, dass zunehmend Familien auf deren Angebot verzichten. Fünf der zehn Caritas-Stationen im Erzbistum Bamberg melden, dass bei ihnen die Nachfrage seit Jahresanfang stark zurückgegangen ist.

Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg rät Familien dennoch, sich die Unterstützung durch die Familienpflegerin zu leisten. Die Familienpflegerin ist eine ausgebildete Fachkraft, die neben der Haushaltsführung auch eine qualifizierte pädagogische Betreuung der Kinder garantiert. Außerdem kann sie, falls erforderlich, der Familie den Zugang zu speziellen Beratungsstellen der Caritas vermitteln. Die Beratungsstellen können in besonderen Notfällen auch finanzielle Unterstützung geben.

Familienpflegestationen der Caritas gibt es in Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Forchheim, Fürth, Hof, Kulmbach, Lauf und Nürnberg. Der Katholische Frauenbund betreibt eine Station in Bamberg.

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