Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 4. Juni 2004

4. Juni 2004

Caritas Hof: Vom Jugendgemeinschaftswerk zum Jugendmigrationsdienst



Mit dem Jahreswechsel 2003/2004 hat sich das bisherige Jugendgemeinschaftswerk Oberfranken/Ost, dessen Träger seit 1981 der Caritasverband für Stadt- und Landkreis Hof e.V. ist, zu einem Jugendmigrationsdienst weiterentwickelt. Während die bisherige regionale Zuständigkeit Oberfranken/Ost beibehalten wird, kommen nun zur bisherigen Klientel jugendliche Aussiedler auch sonstige zugewanderte Jugendliche und jüdische Emigranten in der Altersgruppe von 12 bis 27 Jahren. Der Jugendmigrationsdienst arbeitet mit den Methoden der Einzelfallhilfe, der sozialen Gruppenarbeit, der Gemeinwesen- und Projektarbeit und des interkulturellen Lernens. Sein Ziel ist die Förderung benachteiligter Jugendlicher, Einsatz für Chancengerechtigkeit, die Vermittlung von sinnvollen Lebensperspektiven und Präventionsarbeit. Die Integrationsbedingungen vor Ort werden durch die schlechte wirtschaftliche Lage in der Region für Jugendliche mit Migrationshintergrund immer schwieriger.

Der Jugendmigrationsdienst betreute im Jahr 2003 insgesamt 341 Jugendliche in der Altersgruppe von 12 bis 27 Jahren. Davon waren 243 jugendliche Aussiedler/-innen aus den Staaten der ehemaligen UdSSR, 57 Jugendliche kamen aus dem Flüchtlingsbereich und 41 Jugendliche aus sonstigen Ländern. Für die individuelle Integration von Jugendlichen wurden 1167 Beratungsgespräche geführt, wobei schulische und berufliche Fragen, persönliche  Angelegenheiten und Fragen nach Ausweisen und Urkunden die häufigsten Inhalte waren. In der Stadt und im Landkreis Hof fanden regelmäßige Außensprechstunden in den Übergangswohnheimen Münchberg, Schwarzenbach/Wald und in der Zentrale des Caritasverbandes in Hof, Marienstr., statt. Einer der im Jahr 2003 entwickelten Schwerpunkte ist das Angebot an Lern- und Hausaufgabengruppen. Diese Angebote wurden in Schwarzenbach/Wald und besonders in Hof gemacht und von den Jugendlichen gerne angenommen. So wurden alleine in der Stadt Hof fünf verschiedene Gruppen aufgebaut und betreut und über 30 Kinder und Jugendliche mit diesem Angebot erreicht. Neben Hausaufgabenhilfe wurde Sprachtraining, PC-Kenntnisse und sonstige soziale Kompetenzen vermittelt.

Ausgehend von einem ganzheitlichen Ansatz wird mit den Jugendlichen einen individueller Integrationsplan erarbeitet, der in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen versucht wird, zu verwirklichen. Ein Ziel ist auch die Mitarbeit im Projekt „Koje“, um den betroffenen Jugendlichen noch bessere Integrationsmöglichkeiten anbieten zu können. Durch die erschwerten Integrationsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt in der Region wollen wir durch Bildung von Lerngruppen soziale und Lerndefizite frühzeitig ausgleichen und so präventiv die Wettbewerbschancen der Jugendlichen verbessern. Der Jugendmigrationsdienst wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Zuschüssen der Erzdiözese Bamberg aus Kirchensteuermitteln und Eigenmitteln des Caritasverbandes für Stadt- und Landkreis Hof finanziert.

Im Jugendmigrationsdienst sind derzeit 1 1⁄2 Mitarbeiter/-innen tätig. Für die zwischenzeitlich vielfältigen Aufgaben ist diese Stellenbesetzung zu gering. Für die soziale Gruppenarbeit am Nachmittag suchen wir deshalb interessierte, ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen, die gerne mit Jugendlichen in Richtung Hausaufgabenbetreuung, Lern- und Sprachtraining arbeiten möchten. Eine Einarbeitung und Anleitung wird durch das hauptberufliche Personal gewährleistet, das auch in den Personen Frau Adler und Herr Spahr unter der Telefon-Nummer 09281/140170 als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Walter Pretsch, Geschäftsführer Caritas Hof

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