Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 6. Juli 2004

6. Juli 2004

Wohlfahrtsverbände protestieren gegen Sparpläne der Bezirke

Die bayerischen Bezirke dürfen nicht auf Kosten alter Menschen sparen. Das erklärte die Kreisarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege in Nürnberg und erteilte dem Vorhaben der Bezirke, in Zukunft Sozialhilfeempfängern in Pflegeheimen nur noch Doppelzimmer statt bisher Einzelzimmer zahlen zu wollen, eine klare Absage.

Zur Kreisarbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege in Nürnberg gehören neben den Wohlfahrtsverbänden auch die Vertreter der politischen Parteien und der Sozialverwaltungen. Sprecher ist derzeit der  Caritasverband Nürnberg e.V.

Auf ihrer jüngsten Sitzung am Freitag, den 2. Juli, thematisierte die Kreisarbeitsgemeinschaft die Sparpläne der Bezirke. Bei der Jahresversammlung des Verbandes der bayerischen Bezirke im niederbayerischen Bad Griesbach hatte dessen Vorsitzender Manfred Hölzlein diese Vorhaben noch verteidigt.

„Ein menschenwürdiger Lebensabend ist mit einer Zwangsunterbringung in Doppelzimmern nicht gewährleistet“, sagte der Nürnberger Caritasdirektor Roland Werber. „Wir können nicht hinnehmen, dass Menschen, die im Alter unverschuldet zu Sozialhilfeempfängern geworden sind, mit einer fremden Person auf engem Raum zusammenleben müssen.“ Solche Sparpläne würden auch der Lebensleistung dieser Menschen in keinster Weise gerecht werden. Aufgabe der Gesellschaft sei es, ein Leben in Würde im Alter zu ermöglichen.

[nach oben]   [zurück]