Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 5. Juli 2004

5. Juli 2004

„Auf dem weltlichen Schloss ein Schloss im Himmel gebaut“
Caritas-Alten- und Pflegeheim Jägersburg feierte 50-jähriges Bestehen

„Besitz hat dann einen Sinn, wenn er eingesetzt wird für Menschen, die in Not sind.“ Diese Aussage münzte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon auf das Schloss Jägersburg, das seit 50 Jahren als Caritas-Alten- und Pflegeheim dient. 1724 als Jagdschloss für die Bamberger Fürstbischöfe fertiggestellt, nutzte es der Diözesan-Caritasverband nach dem 2. Weltkrieg zunächst als Lungenheilanstalt, bevor er 1954 hier ein Altenheim einrichtete. Das Jubiläum wurde am vergangenen Wochenende mit einem Gottesdienst und einem Sommerfest gefeiert.

In seiner Predigt nahm Simon Bezug auf eine Legende über den Tagesheiligen, den Apostel Thomas, der oft mit einem Winkelmaß in der Hand dargestellt wird. Die Legende erzählt, dass Thomas von einem indischen König beauftragt wurde, ein Schloss zu bauen. Das dafür bereitgestellte Geld verwendete Thomas jedoch für die Armen, da man mit Almosen und Glaube sich ein viel prächtigeres Schloss im Himmel bauen kann. „Diejenigen, die in den letzten 50 Jahren im Caritas-Alten- und Pflegeheim Schloss Jägersburg gewirkt haben, konnten sich sicher keine irdischen Schätze erwerben, aber einen Schatz im Himmel,“ meinte Simon und verband das mit einem Dank an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Besonders dankte er den Assisi Sisters, die seit 1990 auf Schloss Jägersburg tätig sind. Simon hob hervor, dass es das Alten- und Pflegeheim wohl nicht mehr gäbe, wenn sein Vorgänger Prälat Walter Schirmer – der an der Feier als Ehrengast teilnahm – die Schwestern des indischen Frauenordens nicht nach Eggolsheim geholt hätte. Auch Schwester Edgaris von den Vierzehnheiligen-Schwestern, die nach dem Weggang der Mägde Mariens 1990 die Leitung des Hauses für drei Jahre übernommen und die Assisi Sisters eingearbeitet hatten, konnte Simon begrüßen.

Bei einem kurzen Festakt im Anschluss an den Gottesdienst ging Simon auf den Wandel in der Pflege ein. Lebten am 1. März 1975 41 rüstige und 14 pflegebedürftige alte Menschen auf Schloss Jägersburg, so waren es am 31. März 2004 zwei Rüstige und 49 Pflegebedürftige. Dies stelle außerordentliche Anforderungen nicht nur an die Pflegekräfte, sondern auch an die baulichen Voraussetzungen. Da ein entsprechender Umbau des Schlosses jedoch nicht möglich sei, habe sich der Diözesan-Caritasverband zu einem Neubau in Eggolsheim entschlossen. Simon bat alle, die politischen Einfluss haben, diesen geltend zu machen, damit der Bau im kommenden Jahr beginnen könne. Denn während der Kreistag Forchheim bereits im September 2002 eine finanzielle Förderung des Neubaus in Höhe von 777.000 Euro zugesagt hat, hat der Freistaat seinen Zuschuss, der in gleicher Höhe erfolgen müsste, zurückgestellt. „Das sind nur 13 Prozent der Baukosten,“ sagte Simon, „aber der Freistaat blockiert mit seinem Investitionsstop halt alles.“

Auch der stellvertretende Landrat Gregor Schmitt und Eggolsheims Bürgermeister Claus Schwarzmann unterstrichen in ihren Grußworten den Willen von Kreis und Gemeinde, den Neubau zügig voranzutreiben. Gleichzeitig sparten sie nicht mit Lob für die Arbeit, die unter ungünstigen baulichen Verhältnissen auf Schloss Jägersburg geleistet wird. Die Freundlichkeit der Schwestern und Pflegekräfte sei nicht zu überbieten, sagte Schmitt. Die weltliche Glanzzeit des Schlosses sei wohl durch die Jagdgesellschaften der Fürstbischöfe geprägt worden, meinte Schwarzmann, unter ganzheitlichen Gesichtspunkten seien aber die letzten 50 Jahre die Glanzzeit der Jägersburg.

Am Ende des Festakts überreichte Stefan Schick, Präsident des Rotary Clubs Forchheim, eine Spende. Danach schloss sich das Sommerfest an, das im Gegensatz zum Gottesdienst, bei dem es mehrmals heftig geregnet hatte, von der Sonne beschienen war.

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