Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 16. Februar 2004

16. Februar 2004

Erstmals diözesane Eröffnung der Caritas-Sammlung
Wegen der Kürzung von Zuschüssen werden Spenden dringend benötigt

Die Caritas-Sammlung wird aufgewertet: Erstmals läutet ein diözesaner Eröffnungsgottesdienst die Spendensammlung zugunsten der Caritas ein. Er findet am Caritas-Sonntag, 7. März 2004, um 11.30 Uhr im Dom zu Bamberg statt. Hauptzelebrant und Prediger ist Weihbischof Werner Radspieler.

Die Haustürsammlung erfolgt in diesem Frühjahr vom 8. bis 14. März, die Straßensammlung vom 12. bis 14. März. Die Kirchenkollekte wird in allen katholischen Gottesdiensten zum Sonntag, 7. März, erbeten.

Um Hilfe leisten zu können, sind die Caritasverbände zunehmend auf Spenden angewiesen. Allein die bayerische Landesregierung wird in ihrem Nachtragshaushalt 2004 den Sozialetat rückwirkend zum Jahresbeginn um über 161 Millionen Euro kürzen. Durch die drastische Reduzierung oder komplette Streichung von Zuschüssen des Landes sind dringend benötigte Hilfeangebote der Caritas in ihrer Existenz bedroht. Dazu zählen die Insolvenzberatung für verschuldete Menschen, das Betreuungswesen, die Beratung für Asylbewerber, Aussiedler und ausländische Arbeitnehmer, die Erholungsmaßnahmen für gesundheitlich angeschlagene Kinder aus sozial schwachen Familien und die Mutter- und Mutter-Kind-Kuren sowie die Hilfe für wohnungslose Menschen. Vom Wegfall dieser sozialen Dienste wären in der Erzdiözese Bamberg rund 11.500 Menschen betroffen.

Die Caritas setzt schon jetzt erhebliche eigene Finanzmittel ein, um ihre Hilfeangebote aufrecht zu erhalten. In der Asylbewerberberatung liegt der Eigenanteil bei fast 50 %, das waren 2003 rund 268.000 €. Bei der Betreuung von Aussiedlern ist es deutlich mehr als ein Drittel (Caritas: 299.000 €, Land: 215.000 €, Bund: 184.000 €). Bei Erholungsmaßnahmen für Kinder beträgt die kirchliche Förderung (Caritas und Pfarreien) ebenfalls fast 50 %; die Zuschüsse des Landes machen gerade mal 11 % aus.

Wegen ihrer prekären Haushaltslage kürzt aber auch die Erzdiözese Bamberg der Caritas den Zuschuss aus Kirchensteuermitteln um 10 Prozent. Dadurch fehlen der Caritas rund 1,65 Millionen Euro.

All diese Einschnitte kann die Caritas aus eigener Kraft nicht auffangen. Ihr bleibt daher nur die Möglichkeit, auf eine stärkere Unterstützung durch sozial engagierte Bürgerinnen und Bürger zu hoffen. Nur ein erhöhtes Spendenaufkommen wird die Caritas langfristig handlungsfähig erhalten.

Immerhin zeigt die Entwicklung des Spendenaufkommens derzeit eine erfreuliche Tendenz. Bei der Herbstsammlung des Vorjahres kamen 816.603 Euro zusammen. Damit wurde das Ergebnis von Herbst 2002 (815.299 €) geringfügig übertroffen. Das Gesamtergebnis im Jahr 2003 betrug 1.651.205 € und übertraf damit die Spendensumme von 2002 um 2,7 %.

Vom Ertrag der Sammlung erhalten in der Erzdiözese Bamberg die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die 15 Stadt- und Kreis-Caritasverbände zur Finanzierung ihrer Einrichtungen.

Die Caritas-Sammlungen werden zweimal jährlich durchgeführt, im Frühjahr und im Herbst. Jede von ihnen besteht aus der Straßen- und der Hauslistensammlung sowie der Kirchenkollekte. Bei der Hauslistensammlung gehen ehrenamtliche Helfer und Helferinnen von Tür zu Tür.

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