2. Dezember 2004

Einhundert vermittelte Freiwillige machen Mut für neue Projekte

Die CariThek in Bamberg befindet sich im Aufschwung


Stellvertretender Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein überreicht Nicola Steffen-Rohrbeck, der hundertsten Freiwilligen, die die Ehrenamtlichenbörse in der CariThek seit ihrer Gründung vor anderthalb Jahren vermittelt hat, einen Präsentkorb mit Waren aus dem CariShop.

Die hundertste Freiwillige, die durch die Ehrenamtsbörse in eine Tätigkeit im sozialen Bereich vermittelt wurde, konnte die Bamberger CariThek bei einer Pressekonferenz am 2. Dezember vorstellen. Gleichzeitig zog der Diözesan-Caritasverband eine erste Bilanz der vor anderthalb Jahren eröffneten Einrichtung.

Die 100 von der CariThek bislang gewonnenen Ehrenamtlichen erbringen, wenn man von einer durchschnittlichen Einsatzzeit von zwei Stunden wöchentlich ausgeht, rund 10.400 Stunden freiwilliger Mitarbeit im Jahr, rechnete der stellvertretende Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein vor. Verglichen mit den Kosten hauptberuflicher Arbeit im Sozialbereich stelle dies einen Wert von etwa 200.000 Euro dar. Gleichzeitig betonte Öhlein den ideellen Wert freiwilligen Einsatzes: „Das Sozialwesen wäre ärmer ohne diese zusätzliche Begleitung und Unterstützung.“

Das Durchschnittsalter der durch die CariThek vermittelten Freiwilligen liegt bei 40 Jahren. Die Spannbreite reicht von einer 14-jährigen Schülerin, die sich im Altenheim engagiert, bis zur 89-jährigen ehemaligen Tänzerin, die mit Senioren arbeitet. Die meisten Freiwilligen sind Studenten, Arbeitssuchende und Rentner. 51 Einrichtungen bieten 65 Arbeitsbereiche an. Sie erstrecken sich von handwerklichen Tätigkeiten wie Gartenbau im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Walburga über organisatorische Aufgaben, z.B. in Aktionsgruppen des Jugendkulturcafes IMMER HIN, bis zu ehrenamtlicher Betreuung im Auftrag des Betreuungsvereins der Arbeiter-Wohlfahrt (AWO). Die Anbieter der Tätigkeiten, in die die CariThek Freiwillige vermittelt, gehören – wie diese Beispiele schon zeigen – nicht nur zu Caritas und katholischer Kirche, sondern sind auch andere Wohlfahrtsverbände und Vereine.

Motor des Erfolges ist Rochus Münzel, der als Jahrespraktikant einer Fachhochschule die CariThek seit neun Monaten betreut. Er habe „Sagenhaftes geleistet“, lobte Öhlein, „seine Ideen werden auch in Zukunft Wirkung zeigen.“

Münzel leitete, wie er selbst darstellte, eine Neuorientierung der CariThek ein, indem er die Ehrenamtsbörse über den internen Kreis der Caritas hinaus ausweitete. Die Einrichtung des Ladens in der Oberen Königstraße – seine zentrale Lage bezeichnete Münzel als „in ganz Deutschland einmalig für ein Freiwilligenzentrum“ – wurde ansprechender gestaltet. Mit dem Aushang von „Stellenanzeigen“ an Stellwänden entstand eine „visuelle Ehrenamtsbörse“. Der CariShop, der Waren aus fairem Handel und Produkte von Behindertenwerkstätten verkauft, lockt mehr Besucher in die CariThek. Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit machte Bambergs Bürger – u.a. durch eine Artikelserie in der örtlichen Tageszeitung – auf das Thema Ehrenamt aufmerksam.

Projekte, welche die CariThek zukünftig angehen will, stellte Peter Grau, Leiter der CariThek, vor. 2005 soll das vom Freiwilligenzentrum der Caritas Neustadt/Aisch erprobte „Freiwillige Soziale Schuljahr“ auf Bamberg übertragen werden. Das FSSJ will Schülerinnen und Schülern vornehmlich der Jahrgangsstufen 9 und 10 ermöglichen, über ein Schuljahr hinweg einen Bereich ehrenamtlicher Tätigkeit kennenzulernen. Die Palette reicht dabei von der Freiwilligen Feuerwehr über Altenheime und Kindergärten bis zum Naturschutz. Aufgabe der CariThek wäre es, die Stellenangebote von Einrichtungen, Verbänden und Vereinen zu sammeln, die Jugendlichen in geeignete Einsätze zu vermitteln und sie in ihrem auf durchschnittlich zwei Wochenstunden veranschlagten Engagement zu begleiten.

An einem Samstag im April 2005 will die CariThek einen „Bamberger Tag des ehrenamtlichen Engagements“ veranstalten, bei dem alle gemeinnützigen Organisationen und Einrichtungen ihre Angebote für Freiwillige präsentieren und bewerben können.

Diese zusätzlichen Angebote kann die CariThek nur verwirklichen, wenn sie auch für sich selbst Ehrenamtliche gewinnt, die den Betrieb in der Ehrenamtlichenbörse kontinuierlich aufrechterhalten. Als neue Freiwillige in der CariThek konnte Gerhard Öhlein Nicola Steffen-Rohrbach begrüßen. Die Verwaltungswissenschaftlerin ist nicht nur die hundertste von der CariThek gewonnene Ehrenamtliche, sondern will auch in der Ehrenamtsbörse tätig sein.

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