Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 19. April 2004

19. April 2004

Mobile Tagespflege – „Homesitter“ der Caritas Erlangen entlasten Angehörige


Immer im Einsatz für die Patienten: die Sozialstationen der Caritas

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, ist angebunden. Besonders wenn der Angehörige auch unter Alzheimer oder Demenz leidet. Alltäglichkeiten werden dann zum Problem: der Einkauf, der Behördengang, der Arztbesuch. Wer soll sich in der Zeit um den Kranken kümmern? Die Caritas Erlangen bietet hier einen neuartigen „Ausweg“ an: Tagespflege mobil.

Die „klassische“ Tagespflege sieht so aus, dass der pflegebedürftige Mensch den Tag in der Tagespflegestation verbringt und abends in sein Zuhause zurückkehrt. Das bedeutet: Ein Angehöriger oder ein Fahrdienst muss den Patienten in die Tagespflege bringen und von dort wieder abholen. In der Regel müssen auch feste Zeiten gebucht werden, in denen der Kranke die Station besucht. Für eine stundenweise Betreuung, die nur von Fall zu Fall einmal notwendig ist, passt dieses Angebot daher eigentlich nicht. Dass pflegende Angehörige aber gerade jemanden bräuchten, der ganz spontan und flexibel dann einspringt, wenn „Not am Mann“ ist, erfuhren die Pflegekräfte der Caritas-Sozialstationen immer wieder.

Die Caritas Erlangen schuf daher ein, wie Geschäftsführer Johann Brandt es formuliert, „Niedrigpreis-Angebot bezahlter Anwesenheit“: Eine Betreuerin kommt ins Haus und sieht nach dem Pflegebedürftigen, solange dessen Angehörige ihre Besorgungen erledigen oder sich - selten genug - Freizeit gönnen. Die Betreuerin leistet keine Pflege oder Hausarbeit. Ihre Tätigkeit entspricht der eines Babysitters: Sie leistet dem Kranken Gesellschaft, reicht Essen, Trinken oder Medikamente, sorgt vor allem dafür, dass der Patient nicht allein ist und ihm „nichts fehlt“. Brandt spricht daher auch von „Homesittern“.

Daher ist die mobile Tagespflege recht günstig. Ein „Besuch“ kostet 30 Euro pauschal für drei Stunden; für jede weitere Stunde fallen 9 Euro an. Vor der ersten Betreuung wird eine Verwaltungsgebühr von 25 Euro erhoben; sie entfällt, wenn der Angehörige bereits Patient einer Caritas-Sozialstation ist.

Acht Frauen hat die Caritas für den neuen Dienst gewonnen. Sie wohnen über die ganze Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt verstreut. Die Frauen haben den Kurs zur pflegerischen Betreuung Angehöriger absolviert und werden von den Sozialstationen fachlich angeleitet. Außerdem haben sie mit den Caritas-Sozialstationen Erlangen-Süd, Bubenreuth, Herzogenaurach und Höchstadt stets Fachpersonal „im Rücken“.

Von 8 Uhr bis 18 Uhr stehen die Frauen der mobilen Tagespflege standardmäßig für Einäatze zur Verfügung. Nach Vereinbarung halten sie sich aber auch schon ab 6.30 Uhr und bis nach 22 Uhr bereit. Auch am Wochenende lassen sie sich buchen. Die Einsätze koordiniert die Zentrale des Caritasverbandes in Erlangen. Dort gehen die Anforderungen ein, und dort wird auch das Personal eingeteilt.

Mit dem Angebot der mobilen Tagespflege leistet die Caritas Pionierarbeit in Stadt und Landkreis Erlangen. Zugleich reagiert sie auf gesellschaftliche Bedürfnisse und ermöglicht es Pflegebedürftigen, in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben.

Anmeldung unter: Tel.: (09131) 8 85 60, Fax: (09131) 88 56-10.

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