Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 23. September 2003

23. September 2003

Auf Spenden mehr denn je angewiesen: Caritas sammelt in der kommenden Woche

Unter dem Motto „Not sehen und handeln“ erbittet die Caritas in der kommenden Woche Spenden für ihre soziale Arbeit. Die Haussammlung findet vom 29. September bis 5. Oktober statt. Die Gottesdienstkollekte wird am Wochenende des 28. September erbeten.

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„Not sehen und handeln“: Das Motto der Sammlung weist darauf hin, dass auch im heutigen Sozialstaat Nöte gibt, bei deren Bekämpfung sich Staat und Gesellschaft kaum oder gar nicht engagieren. Not zu sehen und zu handeln, bleibt dann weitgehend der eigenen Initiative von Wohlfahrtsverbänden und engagierten Bürgern überlassen. Angesichts der Kürzung oder Streichung von Zuschüssen ist die Caritas inzwischen sogar mehr und mehr auf Spenden angewiesen. So gewähren Kommunen freiwillige Leistungen, die sie bislang sozialen Einrichtungen gezahlt haben, nicht mehr oder nur noch in geringerer Höhe. Wegen des Rückgangs seiner Einnahmen insbesondere aus der Kirchensteuer wird das Erzbistum Bamberg im kommenden Jahr seinen Zuschuss an die Caritas um 10 Prozent kürzen. Diese Maßnahme bedeutet, dass der Caritas in der Erzdiözese 2004 rund 1,65 Millionen Euro weniger zur Verfügung stehen werden.

Eine Leistung, die die Caritas ausschließlich mit Hilfe von Spenden und – nun sinkenden – Kirchensteuermitteln erbringt, ist die Erstberatung hilfesuchender Menschen. Wer sich in einer wirtschaftlichen Notlage befindet oder soziale und persönliche Problemen hat, dem bietet die Caritas als erste Anlaufstelle die Allgemeine Soziale Beratung an. Ihr Angebot ist umfassend und nicht auf bestimmte Probleme beschränkt.

Die Allgemeinen Sozialen Beratungsstellen vergeben und vermitteln materielle Hilfen. Die Beraterinnen und Berater erteilen Informationen über soziale Leistungen und helfen bei der Beantragung etwa von Sozialhilfe. Sie begleiten Einzelpersonen, Paare und Familien in schwierigen Situationen. Sie vermitteln und erschließen weitere Hilfe, z.B. eine Fachberatung, eine Therapie oder familienunterstützende Dienste. Sie vermitteln Kuren und Erholungsmaßnahmen. Viele dieser Beratungsstellen haben eine Kleiderkammer, manche ein Lager mit gebrauchten Möbeln.

Allerdings spitzt sich nach der Erfahrung der in den Stellen tätigen Sozialpädagogen der Beratungsbedarf immer mehr auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zu. Es wächst die Zahl jener Klienten, bei denen die finanzielle Not bereits so groß ist, dass die gesamte Existenz auf dem Spiel steht. Die Berater beklagen, dass sie immer häufiger zwischen ihren Klienten und Stadtwerken vermitteln müssen, denn gerade die Energieversorger gehen rigoros gegen säumige Zahler vor. Aber auch Sozialämter – so die Erkenntnis der Berater – bauen bürokratische Hürden auf und halten Antragsteller hin, so dass diese über längere Zeit eine finanziell völlig ungesicherte Situation aushalten müssen. Oft kann die Caritas daher den Ratsuchenden nur noch durch finanzielle Beihilfen oder zinslose Darlehen helfen. Die Allgemeine Soziale Beratung ist zudem die einzige Stelle, die materielle Hilfen anbieten kann.

Weitgehend aus eigener Kraft muss die Caritas auch die Unterstützung für die Ärmsten leisten. So suchen jährlich rund 1.500 obdachlose oder von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen die Wärmestube in Nürnberg auf. 30.000 Mahlzeiten werden dort im Jahr ausgegeben. Der Caritasverband Nürnberg und die evangelische Stadtmission müssen als Betriebsträger der ökumenischen Einrichtung den laufenden Betrieb aus Eigenmitteln finanzieren. Andere Wärmestuben – etwa in Bamberg oder Neustadt an der Aisch –, die Suppenküchen und „Tafeln“, die kostenlose Mahlzeiten ausgeben, oder die Sozialläden in Bamberg und Forchheim, in denen Menschen mit geringem Einkommen günstig einkaufen können, leben oft vom freiwilligen Einsatz tatkräftiger Bürgerinnen und Bürger. Diese Initiativen bedürfen aber der Unterstützung der Caritasverbände, die Räume und andere Ressourcen zur Verfügung stellen oder die Ehrenamtlichen durch Fachkräfte begleiten und beraten.

In der Förderung des Ehrenamtes sieht die Caritas daher eine wichtige Aufgabe. Im Landkreis Neustadt an der Aisch hat die Caritas im vergangenen Jahr ein Freiwilligenzentrum gegründet, eine ähnliche Einrichtung betreibt die Caritas in Bayreuth zusammen mit anderen Trägern. Als neues Projekt hat in Bamberg die CariThek die Arbeit aufgenommen. Dieser Info-Laden, den der Diözesan-Caritasverband in seiner Zentrale eingerichtet hat, will ebenfalls Menschen, die an einem sozialen Engagement interessiert sind, an Organisationen und Einrichtungen vermitteln, die Freiwillige benötigen.

Die genannten Aufgaben – Allgemeine Soziale Beratung, Hilfe für Wohnsitzlose und Bedürftige, Förderung der Ehrenamtes – kann die Caritas nur leisten, weil Bürgerinnen und Bürger sie finanziell unterstützen.

Vom Ertrag der Sammlung erhalten in der Erzdiözese Bamberg die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die 15 Stadt- und Kreis-Caritasverbände zur Finanzierung ihrer Einrichtungen. Die Caritas-Sammlung in diesem Frühjahr erzielte 834.602,86 Euro. Das sind 5,3 Prozent mehr als im Frühjahr 2002 und eine Zunahme von 2,3 Prozent gegenüber der letzten Herbstsammlung.

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