Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 15. September 2003

15. September 2003

Diskussion mit Landtagskandidaten: Caritas-Mitarbeiter kritisierten Verwaltungsaufwand und finanzielle Unsicherheit

Die Landtagsabgeordneten diskutierten unter Leitung von Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon.

Die Sozialpolitik stand im Zentrum der Diskussion von Vertretern der Wohlfahrtsverbände aus der Stadt und dem Landkreis Bamberg mit den aktuellen Landtagskandidaten. Das Gespräch kreiste um die Gesundheits- und Altenhilfe, die Zukunft der Kindertagesstätten und die Beratungssysteme. Vor allem aber gaben die Vertreter der Verbände den Kandidaten eines mit auf den Weg: Übereinstimmend wandten sie sich gegen die finanzielle Unsicherheit im sozialen Bereich.

Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon leitete das Gespräch mit MdL Heinz Hausmann (CSU), MdL Friedrich Odenbach und MdL Klaus Zachert (beide SPD), Matthias Kremer (FDP) und Wolfgang Grader (Bündnis 90/Grüne). Die Diskussion fiel anders aus als gewohnt – nicht die Kandidaten begannen den Meinungsaustausch, sondern die Vertreter der Verbände. Vor allem an der Pflegesituation und den Kindertagesstätten entzündete sich die Diskussion, die die Landtagskandidaten größtenteils ohne politische Polemik führten. Denn – wie Friedrich Odenbach es formulierte – „im Publikum sitzen die Experten. Wir können hier nur lernen“. Diese schilderten den Politikern sehr detailliert, mit welchen Problemen sie im Alltag kämpfen: Die vielen Kontrollen in der stationären Altenhilfe, die zunehmende Verwaltungsbelastung, die schlechte Ausbildungssituation in Pflegeberufen, die fehlenden Plätze in Kindertagesstätten, der gestiegene Beratungsbedarf bei Schulden. Patentantworten hatte kein Politiker parat, aber alle bewiesen ein offenes Ohr für die Sorgen der Wohlfahrtsverbände. „Da hake ich bei der Stadt nach“, erklärte Klaus Zachert (SPD) in Sache der Kindertagesstätten spontan. Und sein Kollege Heinz Hausmann: „Ich nehme mir von hier Hausaufgaben mit!“

Einig waren sich die Landtagskandidaten darin, dass nur die Erhöhung der Beiträge für die Pflegeversicherung einen finanziellen Spielraum biete. Und dass noch mehr Bürokratie im Sozialbereich um jeden Preis vermieden werden müsse. Alle Kandidaten wiesen darauf hin, dass den Gemeinden momentan der finanzielle Spielraum fehle, um im sozialen Bereich zu investieren. Es müsse deswegen genau geprüft werden, wie Gelder am sinnvollsten eingesetzt werden könnten.

Gertrud Pechmann

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