Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 29. Oktober 2003

29. Oktober 2003

Erfolgreiche Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Nordbayern

Eine positive Bilanz der ersten vier Monate ihrer Arbeit zieht die Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Nordbayern. Rund 80 ausreisewillige Personen haben bislang das Beratungsangebot der Stelle, zu deren Trägern die Caritas Fürth gehört, in Anspruch genommen. Die beteiligten Wohlfahrtsverbände sehen ihr Konzept bestätigt, die Bedürfnisse der Flüchtlinge und die Freiwilligkeit der Rückkehr in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen.

Die Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Nordbayern (ZRB) wurde am 18. Juli 2003 durch Frau Sozialministerin Stewens offiziell eröffnet. Die ZRB ist ein Pilotprojekt der Wohlfahrtsverbände in Kooperation mit der Landesaufnahmestelle des Freistaates Bayern. Die Arbeiterwohlfahrt Nürnberg, das Bayerische Rote Kreuz Nürnberg – Stadt, der Caritasverband Fürth und die Rummelsberger Anstalten bilden einen Trägerverbund für dieses Pilotprojekt. Die Landesaufnahmestelle des Freistaates Bayern stellt die Räumlichkeiten und zwei Verwaltungskräfte für die Beratungsstelle zur Verfügung. Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Flüchtlingsfonds und den Freistaat Bayern.

Die Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Nordbayern ist ein Angebot für Flüchtlinge, die vor der Frage einer Rückkehr stehen und freiwillig bereit sind, sich mit dem Thema Rückkehr auseinander zu setzen. Kommen die Ratsuchenden zur ZRB, ist die Beratung zunächst ergebnisoffen. Gemeinsam mit den Flüchtlingen entwickeln die Beraterinnen Perspektiven für eine Rückkehr in Würde.

Schwerpunkte der Beratung sind Informationen zum Herkunftsland, Qualifizierungsangebote (wie z.B. handwerkliche Kurse, Computerkurse) die es den Ratsuchenden erleichtern sollen, in der Arbeitswelt des Heimatlandes wieder Fuß zu fassen sowie Unterstützung bei der Beschaffung von Reisedokumenten und eine Vermittlung von Flug- oder Bahntickets. Für Ratsuchende in besonderen Lebenslagen wie z.B. Krankheit, Alter, Alleinerziehende können weitere Hilfen gewährt werden.

Ziel der umfangreichen Beratung und Hilfestellung ist eine dauerhafte Rückkehr der Flüchtlinge. Diese ist nur möglich, wenn im Heimatland die Existenz gesichert ist. Hierfür ist eine gute Planung und Vorbereitung der Rückkehr nötig.

Resümee der bisherigen Beratungstätigkeit

Seit dem 1. Juni 2003 haben ca. 8o Personen oder Familien das Beratungsangebot wahrgenommen. Die Herkunftsländer der Flüchtlinge sind weit gestreut. Die größte Gruppe der Ratsuchenden kommt aus dem Irak, gefolgt von Flüchtlingen aus Serbien – Montenegro und der russischen Förderation. Bisher sind 27 Personen mit Hilfe der ZRB in ihre Heimat zurückgekehrt.

Insgesamt äußern sich die Ratsuchenden sehr positiv über das neue Angebot. Dies wird vor allem deutlich, weil:

Die Beratungsstellen für Flüchtlinge äußern sich zufrieden über dieses ergänzende Angebot zur Sozialberatung. Ausländer- und Sozialämter die bereits Kontakt zur ZRB hatten, empfehlen in der Folge weiteren Ratsuchenden die Beratungsstelle. Die Nachfragen kommen nicht nur aus dem Raum Nürnberg, sondern erstrecken sich zunehmend auf den Nordbayerischen Raum. Behörden und Beratungsstellen anderer Bundesländern zeigten Interesse an der Arbeit der ZRB.

Die positive Bilanz der ersten vier Monate bestätigt das Konzept der Wohlfahrtsverbände, welches die Bedürfnisse der Flüchtlinge und die Freiwilligkeit der Rückkehr in den Mittelpunkt stellt.

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