Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 23. Oktober 2003

23. Oktober 2003

Menschliches Leben von Anfang an achten -
Schwangerenberatung des Caritasverbandes Nürnberg besteht seit 25 Jahren

Immer mehr Frauen in sehr schwierigen und komplexen Lebenssituationen suchten die Schwangerenberatung der Caritas auf, erläuterte Stellenleiterin Heidi Winter-Schwarz. Foto: Sauerbeck

25 Jahre besteht die Schwangerenberatung des Caritasverbandes Nürnberg. 15.304 Frauen und 3.790 Männer wurden in diesem Zeitraum beraten. Schwerpunkte der „Katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen“ sind heute allgemeine Schwangerenberatungen, die langfristige Begleitung von Frauen mit komplexen psychosozialen Problemlagen, Beratungen zur Pränataldiagnostik und Gruppenangebote vor allem im Präventivbereich.

„Die Grundaufgabe der Caritas, den Menschen in seiner Würde zu schützen, bedeutet, menschliches Leben von Anfang bis Ende, von der Empfängnis bis zum Tod, zu achten“, unterstrich der Nürnberger Caritasdirektor Roland Werber bei der Jubiläumsfeier. Was für die kirchlichen Beratungsdienste im allgemeinen gelte, könne man in besonderer Weise von der Katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen sagen. Sein Dank ging daher vor allem an die Mitarbeiterinnen der Schwangerenberatung und an die Erzdiözese Bamberg, die seit 2001, nach dem Ausstieg aus dem staatlichen Beratungssystem für die Personalkosten voll aufkommt. Diözesancaritasdirektor Bernhard Simon erinnerte in seinem Grußwort an den zentralen Auftrag der Kirche, dem Leben zu dienen, und ermutigte die Beraterinnen zu ihrem wichtigen Dienst.

„Mit dem Recht auf Abtreibung können wir uns nie abfinden“, sagte Stadtdekan Theo Kellerer. Ausdrücklich dankte er allen Beraterinnen, die in der Katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen der Caritas und seit 2001 auch „aus katholischem Geist“ in der staatlich anerkannten Nürnberger Beratungsstelle Donum Vitae Frauen in Notsituationen begleiteten. „Sie haben Leben gerettet.“

Die Frau der ersten Stunde vor 25 Jahren war Elisabeth Mayer, in der Jakobstraße baute sie den Dienst auf. Nach dem Umzug in die Tucherstraße im Jahre 1985 beriet das Team, zunächst unter Leitung von Gabi Koller, wiederum Tür an Tür mit der Erziehungsberatung. Nach dem Verzicht auf die Ausstellung der Beratungsscheine wurde die Beratungsstelle unter Heidi Winter-Schwarz fortgeführt.

905 Ratsuchende verzeichnete die Statistik im vergangenen Jahr, 838 waren es noch im Vorjahr. Die statistischen Zahlen bestätigten den Trend, „dass zunehmend Frauen in sehr schwierigen und komplexen Lebenssituationen zu uns kommen, die eine längerfristige Begleitung mit vielen Beratungsterminen erforderlich machen“, kommentierte Stellenleiterin Heidi Winter-Schwarz die Entwicklung. Die Statistik für 2002 vermerkt auch 28 Frauen „in einem existentiellen Schwangerschaftskonflikt“. Diese Frauen „nehmen es auf sich, gegebenenfalls zu einer zweiten Beratungsstelle zu gehen, um den Beratungsschein zu erhalten“.

Geschieden, zwei Kinder im Kindergartenalter, Schichtdienst, wiederum schwanger und kein Rückhalt beim neuen Partner: so schilderte die Stellenleiterin die Lebenswirklichkeit einer hilfesuchenden Frau. In engem Kontakt mit anderen Beratungsdiensten, wie Erziehungsberatung oder Kurenvermittlung der Caritas, und dem Arbeitsamt sei ein Hilfeplan entwickelt worden, der der Frau eine Perspektive für ein Leben mit einem weiteren Kind eröffnete.

Die Einbindung in ein umfassendes Hilfesystem von Caritas und Kirche sowie die Vernetzung der Dienste machten eine Stärke der katholischen Schwangerenberatung aus, unterstrich die Geschäftsführerin der Bayerischen Landesstelle des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF) Monika Meier-Pojda. In Bayern gebe es derzeit 23 Katholische Schwangerenberatungen mit Außenstellen. Deren klares Profil und spezifischer Ansatz seien heute vor allem in der psychosozialen Beratung vor und nach der pränatalen Diagnostik sowie im Präventivbereich, in der Erziehung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Sexualität gefragt.

Ergänzend zur Einzelberatung hat die Schwangerenberatung der Caritas seit 2001 ihre Gruppenangebote kontinuierlich ausgebaut: Das „Frauenfrühstück“ ist ein niedrigschwelliges Angebot für schwangere Frauen oder Frauen mit Kindern. Die „Kurnachsorge“ wendet sich an Frauen nach Mutter-und-Kind-Kuren. Für Jugendliche gibt es spezielle sexualpädagogische Angebote. Kindergarten- und Grundschuleltern werden mit Abendveranstaltungen zum Thema „ganzheitliche Sexual- und Liebeserziehung“ angesprochen.

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