Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 23. Oktober 2003

23. Oktober 2003

„Ein Ausdruck gelebter Ökumene“ - Stadtdekane gaben erweiterter Wärmestube in Nürnberg den kirchlichen Segen

Oberbürgermeister Ulrich Maly sprach bei der Einweihungsfeier in der Nürnberger Wärmestube ein Grußwort und unterstrich damit die Bedeutung der engen Zusammenarbeit von Kommune und Wohlfahrtsverbänden in diesem sozialen Bereich. Foto: Sauerbeck

Die in Nürnberg von Caritas und Stadtmission seit fast 20 Jahren betriebene Wärmestube ist erweitert worden. Die Besucher, obdachlose und bedürftige Menschen, und die Mitarbeiter haben endlich mehr Platz. Mit dem kirchlichen Segen durch die beiden Stadtdekane und einem Grußwort von Oberbürgermeister Ulrich Maly wurde der Erweiterungsbau der ökumenischen Einrichtung offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Die räumliche Erweiterung ist die notwendige Antwort auf die drangvolle Enge: 1.500 Menschen kommen jährlich in die Wärmestube in der Köhnstraße. 14.000 warme Mittagessen und ebenso viele Abendessen werden im Jahr für Frauen und Männer aus der Obdachlosenszene ausgegeben. Die Waschgelegenheiten und Aufenthaltsmöglichkeiten reichten nicht mehr aus. Für ein Beratungsgespräch gab es kaum ein ruhiges Eck.

„Eine kleine Oase“

Jetzt stehen in der niedrigschwelligen Tageseinrichtung, so erläuterte deren Leiter Peter Meusch, drei neue Duschen, eine kleine Kleiderkammer und ein weiterer Gruppen- und Aufenthaltsraum zur Verfügung. Durch den Erweiterungsbau wurde zudem im Altbau Platz frei für drei Büro- und Beratungsräume. Außerdem wurde der Außenbereich zwischen Bahngleisen und Straße neu gestaltet. Entstanden sei dort eine „kleine Oase“, wo sich die Menschen „vom Stress auf der Straße“ erholen könnten.

Bei der Einweihungsfeier präsentierte das Team der Wärmestube auch seine Projektarbeit, die obdachlosen und armen Menschen eine Möglichkeit der sinnvollen Beschäftigung bietet: Seit Jahren bewährt ist die Kooperation mit dem Sozialmagazin „Straßenkreuzer“. Noch in der Startphase befindet sich das Projekt „Helfen durch Lesen“ mit dem im Sommer eröffneten Buchkiosk in der Ostermayr-Passage. Dort verkaufen Menschen, die zum Besucherkreis der Wärmestube gehören, gespendete Bücher.

Die Einweihungsfeier in der Wärmestube nahm Oberbürgermeister Maly zum Anlass, den Wohlfahrtsverbänden und den Kirchen für ihren sozialen Einsatz in Nürnberg zu danken und die Debatte zur Reform der Sozialsysteme zu kommentieren. Angesichts der Nöte, die es in Großstädten wie Nürnberg gebe, müsse man sich doch fragen: „Wie viel Sozialstaat brauchen wir?“ und nicht: „Wie viel Sozialstaat leisten wir uns?“.

Die beiden Stadtdekane Theo Kellerer und Michael Bammessel, die zugleich als Erster Vorsitzender des Caritasverbandes Nürnberg und als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stadtmission Nürnberg den beiden Betriebsträgern vorstehen, erinnerten mit dem Bibelwort „Wer von euch der Größte sein will, sei euer Diener“ an das Beispiel Jesu und gaben den neuen Räumen den kirchlichen Segen.

„In Anbetracht des öffentlichen Sparzwangs und der schwierigen Haushaltslage wissen wir das Engagement der Stadt Nürnberg ganz besonders zu schätzen“, betonte Caritasdirektor Roland Werber. Der Caritasverband Nürnberg fungierte, wie bereits beim ersten Bau, als Bauherr. Die Baukosten in Höhe von insgesamt circa 250.000 Euro übernahm die Stadt Nürnberg.

Die Wärmestube bezeichnete Werber als „Ausdruck gelebter Ökumene“. Caritas und Stadtmission finanzieren den laufenden Betrieb mit erheblichen Eigenmitteln. Nach Abzug der Betriebszuschüsse durch die Stadt Nürnberg müssen die beiden Wohlfahrtsverbände jeweils 40.000 Euro jährlich aufbringen. Anna-Margareta Oldenburg vom Vorstand der Stadtmission dankte daher allen Spendern und Förderern. Die Wärmestube wird bereits von den Stiftungen des Müller-Verlages Nürnberg unterstützt.

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