Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 20. November 2003

20. November 2003

Feier anlässlich des Trägerwechsels: Damit die Einrichtung nicht zerschlagen wurde, übernahm der Diözesan-Caritasverband das komplette Haus St. Elisabeth in Bamberg


Bei der Feierstunde konnte Prälat Walter Schirmer (am Pult) auch die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags begrüßen. Barbara Stamm hat in ihrer Jugend selbst die Fachakademie für Sozialpädagogik im Haus St. Elisabeth besucht und gehört heute dem Freundeskreis an, der die Arbeit des Hauses unterstützt.

Mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde in der Caritas-Fachakademie für Sozialpädagogik wurde der bereits Anfang September vollzogene Wechsel der Bamberger Jugendhilfeeinrichtung Haus St. Elisabeth in die Trägerschaft des Diözesan-Caritasverbandes öffentlich begangen. Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon betonte, dass es sowohl dem bisherigen Träger Haus St. Elisabeth e.V. wie dessen Nachfolger ein Anliegen gewesen sei, die Gesamteinrichtung nicht zu zerschlagen, sondern eine Lösung zu finden, bei der deren verschiedene soziale Angebote wieder ein gemeinsames Dach erhielten.

Prälat Walter Schirmer, der Vorsitzende des bisherigen Trägervereins, machte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die enger werdenden finanziellen Spielräume sowie das immer komplexere Arbeitsrecht dafür verantwortlich, dass ein rein ehrenamtlich arbeitender Verein nicht länger eine so große Einrichtung führen könne. Der ehemalige Diözesan-Caritasdirektor hatte nach Antritt seines Ruhestandes fünf Jahre lang den Verein Haus St. Elisabeth e.V. geleitet. Dieser hatte sich zum 1. September 2003 selbst aufgelöst.

Der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Horst Engelhardt, betonte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien froh, dass es einen neuen Träger gebe, der den Fortbestand der Einrichtung sichere. Er appellierte, den „Arbeits-, Lebens- und Glaubensort“ Haus St. Elisabeth zu hüten, weil Menschen heutzutage solche Orte immer seltener fänden.

Die Feierstunde schloss mit dem Dank an den Vorstand des bisherigen Vereins Haus St. Elisabeth und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung.

Diözesan-Caritasdirektor: Caritas muss unbequeme Fragen stellen

Im Gottesdienst zum Gedenktag der Hl. Elisabeth hatte zuvor Diözesan-Caritasdirektor Simon die Heilige als Herausforderung an Christen in der heutigen Zeit herausgestellt. Elisabeth habe die angeblich gottgegebenen gesellschaftlichen Schranken ihrer Zeit nicht akzeptiert, sondern sich als Adelige „mit Gesinde und Gesindel abgegeben“. Statt an Konventionen habe sie sich an der Botschaft Jesu orientiert. „Wenn wir unkonventionell wären,“ sagte Simon mit Blick auf die Caritas, „müssten wir sehr viele unbequeme Fragen stellen.“ Ob etwa der vorgebliche Umbau des Sozialstaates nicht in Wahrheit dessen Abbau sei. Ob die angekündigten Reformen tatsächlich eine Reform darstellten und was eine wirkliche Reform bedeuten würde. „Protestieren wir genug gegen die Kluft zwischen Arm und Reich, die immer größer wird?,“ fragte Simon seine Zuhörer und gab zu bedenken: „Der glaubwürdigste Protest sind unser Leben, unser Lebensstil und unser Umgang mit den Menschen.“

Veränderungen im Haus St. Elisabeth

Der Trägerwechsel hat im Haus St. Elisabeth zu einigen organisatorischen Veränderungen geführt. Die drei Heilpädagogischen Wohngruppen des Hauses – das Kinderheim, in dem 24 Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters leben – wurde bereits zum 1. Juli mit der Caritas-Kinder- und Jugendhilfe St. Marien in Pettstadt zu einer neuen gemeinsamen Jugendhilfeeinrichtung zusammengeführt. Leiter der neuen Einrichtung ist der bisherige Gesamtleiter des Hauses St. Elisabeth, Otto Bezold.

Die Fachakademie für Sozialpädagogik wird zusammen mit dem Wohnheim für Auszubildende und Studierende unter der Gesamtleitung von Jürgen Melber als selbstständige Einrichtung in Trägerschaft des Diözesan-Caritasverbandes weitergeführt. Die integrative Kindergarten-Gruppe „Spatzennest“ wurde in den Kindergarten St. Elisabeth integriert, der nunmehr vier Gruppen umfasst. Der Kindergarten sowie die Kinderkrippe Bienenkorb sind jetzt ebenfalls selbständige Einrichtungen des Diözesan-Caritasverbandes.

Der Fachdienst für Integration, der Kindergarten-Gruppen begleitet und fachlich berät, die über Plätze für behinderte und entwicklungsverzögerte Kinder verfügen, und der Mobile Fachdienst, der die 36 Tageseinrichtungen im Stadtgebiet Bamberg bei der Diagnose einzelner Kinder unterstützt, wurden der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe in der Zentrale des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg zugeordnet.

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