Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 17. November 2003

17. November 2003

Seit 20 Jahren besuchen Ehrenamtliche Bewohner des Caritas-Alten- und Pflegeheims St. Martin in Bayreuth

Die wertvollsten Geschenke kosten kein Geld. Auch für den Besuchsdienst im Bayreuther Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Martin hat das Geld in den 20 Jahren seines Bestehens kaum eine Rolle gespielt. „Unser Mitbringsel ist die Zeit“, sagt Renate Eiden. Leiterin des Besuchsdienstes.

Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Bernhard Simon nannte bei einer kleinen Jubiläumsfeier dessen Dienst genauso wichtig wie den der hauptamtlichen Pfleger. Das Wesentliche und Besondere sei das Da-Sein für andere. „Das klingt nach ganz wenig, aber es ist unheimlich viel“, sagte Simon. Gerade alte Menschen litten oft unter der Einsamkeit und bräuchten, wie jeder Mensch, die Nähe des anderen.

Jede der 22 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen besucht wöchentlich für etwa eine Stunde eine bestimmte Dame oder einen Herrn, damit ein Vertrauensverhältnis entstehen kann. Oft werden auch Spaziergänge unternommen, man singt und betet zusammen oder führt Gespräche.

Aus dem Besuchsdienst entwickelte sich ein Sing- und Spielkreis, der bei Bewohnern wie Mitarbeitern beliebt ist. Dazu werden pflegebedürftige Bewohner des Heims in den Gruppenraum geholt, um zu singen, zu spielen oder Sitztänze zu machen. Ziel ist eine physische wie psychische Lockerung, um Geist und Körper zu beleben. Musik spielt dabei eine wichtige Rolle. Zu den Mitarbeiterinnen stoßen immer wieder junge Frauen, Studentinnen und Schülerinnen, die für einige Zeit mithelfen. Sie bekommen ein Zeugnis über ihre Tätigkeit, mit dem sei bei Bewerbungen Eindruck machen, sagte Renate Eiden.

Die Initiative ging von der Caritas aus, sie hat inzwischen auch in anderen Einrichtungen Schule gemacht. In St. Martin arbeiten jetzt einige der Besuchsdienstleiterinnen im Heimbeirat mit oder übernehmen gesetzliche Betreuungen. Geleitet wird die Gruppe im Team von Renate Eiden, Hannelore Egelkraut und Irmhild Dotzauer. Die Arbeit geschieht in Kooperation mit der Heimleitung, Schwester Teresilla.

Die Mitarbeiterinnen treffen sich regelmäßig zu Erfahrungsaustausch und Information. Einmal pro Jahr wird eine eintägige Fortbildung angeboten. Eines dieser Seminare beschäftigte sich mit Validation, einer Methode, wie der demente Mensch mit seinen Emotionen akzeptiert werden kann und der Betreuer eine optimale Einfühlung und einen befriedigenden Umgang für beide Seiten erreicht.

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