Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 6. November 2003

6. November 2003

5-jähriges Bestehen der Aischgründer Tafel

Symbolisch deckten die Verantwortlichen eine Tafel auf dem Marktplatz. Eine vom ortsansässigen Bäckermeister gespendete Torte wurde mit Kaffee verteilt.

Im Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim wurde vor fünf Jahren in Neustadt/Aisch der erste Tafelladen eröffnet. Aus diesem Anlass fanden sich Vertreter der Politik, des Landkreises, der Stadt, der Wohlfahrtsverbände und viele Mitglieder des Vereines "Iss was - die Aischgründer Tafel" auf dem Marktplatz zu einer Feierstunde ein.

Die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen des Vereines sammeln Woche für Woche überschüssige, noch brauchbare Lebensmittel ein und teilen diese samstags gegen einen symbolischen Betrag an Bedürftige aus. 1998 begann der Verein mit sieben Mitgliedern, die im Laufe der Zeit auf insgesamt 201 Mitglieder, davon 125 aktive und 76 passive Mitglieder anstiegen. Dem Verein gehören noch die Ausgabestellen in Uffenheim, Bad Windsheim und Scheinfeld an.

Nach Aussage der Vorsitzenden Sabine Herderich wird die versteckte Armut auch in den kommenden Jahren im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage Deutschlands anwachsen. Mit der Armut ginge zunächst eine materielle Not einher, die zur Ausgrenzung und Missachtung führe. Gerade Kinder und Jugendliche seien von der Kinderarmut in unserer Gesellschaft betroffen. In Neustadt/Aisch seien es nach neuesten Berechnungen seit Einführung des Nachweises der Bedürftigkeit alleine 300 Personen, die von der Tafel vor Ort versorgt werden.

Um ein solches Projekt am Laufen zu halten, bedürfe es der Mithilfe eines großen Helferteams und der Geschäftsleute sowie finanzieller Unterstützung. Dank sprach die Vorsitzende dem Landkreis aus, der einen Teil der Finanzierung der hauptamtlichen Halbtageskraft übernahm. Von den 38 Gemeinden im Landkreis unterstützten 24 Kommunen dieses Projekt für ein Jahr.

Landrat Walter Schneider sprach seinen Dank allen aus, die die Idee der Nächstenliebe umsetzen und wünschte dem Verein wohlwollende Menschen, die das Feuer entfachen würden. Bürgermeisterin Claudia Platzöder aus Neustadt/Aisch stellte den Wert von Nahrung heraus, der bewusster empfunden werden müsse. Die Verantwortlichen der Tafelarbeit hätten nicht nur Pionierarbeit geleistet, sondern auch durch ihr Engagement eine Lücke in der Stadt geschlossen. Die Caritasvorsitzende im Landkreis, Barbara Lendlein, hätte vor fünf Jahren nicht gedacht, dass die Idee sich durchsetze. Aber gerade die Not zu sehen und dann zu handeln, wie es die Tafel tue, sei auch das Motto der Caritas. Der katholische Diakon Gottfried Schneider hob den Symbolgehalt heraus, dass im Haus der kirchlichen Dienste mit dem Sitz der Tafel, der sich direkt gegenüber der katholischen Kirche St. Johannis befinde, die Frohe Botschaft umgesetzt werde.

Sabine Herderich

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