Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 19. Mai 2003

19. Mai 2003

Diözesan-Caritasdirektor Simon: „Qualität muss sich lohnen“
Diözesan-Caritas schloss Projekt zur Einführung eines eigenen systematischen Qualitätsmanagements ab

Aus der Hand von Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon erhielten die Caritas-Einrichtungen Urkunden, die ihnen die Teilnahme am DiCVQuM-Projekt bescheinigen.
Dass die gesetzlich vorgeschriebene Qualitätssicherung in sozialen Einrichtungen von den Kostensträgern entgolten wird, hat Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon gefordert. Man könne Qualität nicht einfach nur verlangen, man müsse systematisches Qualitätsmanagement auch finanziell absichern, sagte Simon bei der Veranstaltung, mit dem der Diözesan-Caritasverband am Freitag sein Folgeprojekt zur Einführung eines eigenen Qualitätssicherungssystems abgeschlossen hat. Zuvor hatte Birgit Deinlein, Leiterin der Caritas-Sozialstation Scheßlitz, in einem Erfahrungsbericht kritisiert, dass die zusätzliche Arbeit, welche die Mitarbeiter für diesen Prozess aufwenden müssen, von den Kassen nicht honoriert werde.

Mit der Festveranstaltung im Bamberger Freizeitwerk St. Heinrich rundete der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg ein Projekt zur Einführung des Qualitätsmanagementssystems DiCVQuM ab. In einer ersten Modellphase von April 1997 bis Februar 2000 hatte der Diözesan-Caritasverband zusammen mit 38 sozialen Einrichtungen dieses System selbst entwickelt. Im Frühjahr 2001 startete das Folgeprojekt. An ihm beteiligten weitere 59 Einrichtungen aus dem gesamten Erzbistum Bamberg, unter ihnen zwölf Altenheime, 26 Sozialstationen, fünf Kindertagesstätten, zwei Kinderheime und zwei Schulen. Als Träger von Einrichtungen waren der Diözesan-Caritasverband, der Caritasverband Nürnberg, fünf Kreis-Caritasverbände, ein Fachverband, sieben Träger von Nürnberger Sozialstationen, der Zweckverband Altenheim Hof und der Verein Haus St. Elisabeth Bamberg einbezogen. In dem Projekt engagierten sich 15 Prozessberater und –beraterinnen aus dem Diözesan-Caritasverband, 22 Projektleiter und –leiterinnen vor Ort und 178 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Qualitätszirkeln der Einrichtungen. Sie leisteten für das Projekt insgesamt 36.650 Arbeitsstunden; das entspricht 23 Planstellen.

Diese intensive Beteiligung der Mitarbeiter unterscheidet nach Angaben der Projektleiter Gerhard Öhlein und Josef Noppenberger DiCVQuM von anderen Qualitätsmanagamentsystemen. Die Verantwortung für die Qualitätssicherung werde nicht an Beauftragte delegiert, sondern sei Aufgabe der Einrichtungsleiter. Die Mitarbeiter einzubeziehen, bewirke mehr Verständnis für die organisatorischen Zusammenhänge in der Einrichtung, erhöhe aber auch ihre Qualifikation.

Ein weiterer Vorzug besteht laut Noppenberger darin, dass DiCVQuM nicht auf eine spezifische Einrichtungsart zugeschnitten sei, sondern sich für alle sozialen Bereiche von Jugend- bis Altenhilfe eigne. Der Nürnberger Caritasdirektor Roland Werber lobte, dass die Einführung von DiCVQuM die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einrichtungen und den Austausch unter den Mitarbeitern verbessert habe.

Aus einer Umfrage bei den am Projekt beteiligten Einrichtungen folgerte Privatdozent Dr. Christian Lahusen von der Universität Bamberg, dass DiCVQuM zu reibungsloseren Arbeitsabläufen führe. So hätten die befragten Mitarbeiter angegeben, Zuständigkeitsprobleme und Konflikte mit Vorgesetzten oder Kollegen hätten abgenommen.

Dem Qualitätsmanagement-Konzept DiCVQuM hat die unabhängige Zertifizierungsgesell-schaft proCum Cert inzwischen bestätigt, dass es der europäischen Norm für Qualitätssi-cherung DIN EN ISO 9001/2000 entspricht. Soziale Einrichtungen, die systematisches Qualitätsmanagement nach DiCVQuM betreiben, können sich künftig von der proCum Cert GmbH prüfen lassen, kündigte deren Geschäftsführer Klemens Gattinger an. Bei erfolgreicher Zertifizierung erhalten Sie für drei Jahren das DiCV-QuM-Siegel; danach müssen sie es erneut beantragen. Die erste Begutachtung soll im Erzbistum Bamberg im kommenden November erfolgen.

[nach oben]   [zurück]