Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 16. Mai 2003

16. Mai 2003

Die Chance auf ein besseres Leben
Straßenkinderfußballtour von Caritas International zu Gast im Erzbistum Bamberg

Völkerverständigung im Kleinen: Im Rahmen der Straßenkinderfußballtour kam es zu einer spielerischen Begegnung zwischen südafrikanischen und deutschen Jugendlichen.

Christine Decker von Caritas International und Wayne Golding von der südafrikanischen Partnerorganisation mit einem ihrer Schützlinge im Jugendhilfezentrum Schnaittach bei der Vorstellung der Tour mit dem Nürnberger Caritasdirektor Roland Werber.
Fotos: Sauerbeck

Fußball hilft Straßenkindern. Diese Erfahrung hat die Caritas-Partnerorganisation „Youth Unlimited“ in den Townships von Südafrika gemacht. Über den Mannschaftssport holen die Sozialarbeiter die Jugendlichen aus den Slums weg, eröffnen ihnen in Trainingscamps eine Alternative zu einem Leben in Jugendbanden mit Drogen- und Alkoholmissbrauch und vermitteln ihnen durch Schul- und Berufsausbildung eine Perspektive. Bereits ein ganzes Stück weg von der Straße sind die 16 Jugendlichen, die bei der Straßenkinderfußballtour von Caritas International auf Einladung bayerischer Caritasverbände auch im Erzbistum, im Jugendhilfezentrum Schnaittach Station machten.

„Wir wollen auf die Situation extrem benachteiligter Jugendlicher in Südafrika aufmerksam machen und um Unterstützung werben für die Aussteigerprogramme von Youth Unlimited“, erläuterte die Projektverantwortliche von Caritas International Christine Decker. Anlass der Straßenkinderfußballtour sei das Caritas-Jahresthema „Zuschauen hilft nicht - Verantwortung ist weltweit“. Die 16 Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren stammen aus Khayelitsha, dem mit über 800.000 Einwohnern zweitgrößten Township Südafrikas. Dort lebt der Großteil der schwarzen Bevölkerung von Kapstadt in erbärmlichen Verhältnissen, in Hütten aus Pappkartons, Brettern und Plastikfolien. Für die Kinder bleibt oftmals nur die klassische „Straßenkarriere“.

18.000 Jugendliche erreicht Youth Unlimited, eine Dachorganisation kirchlicher Jugendhilfe, bereits jetzt mit seinen alternativen Angeboten. „Das soll noch mehr werden“, betont deren Leiter Wayne Golding. Eine zentrale Rolle als Anlaufstelle und Begegnungsstätte spiele der Fußballclub FC Youth Unlimited. Coach Sivyule „Sugars“ Qinsa, der seine Schützlinge auf der Deutschland-Tour begleitet, hat für die Jugendlichen Vorbildfunktion: Er verwirklichte den Traum, Fußball-Profi zu werden, und arbeitet mittlerweile als Jugendtrainer des Südafrikanischen Fußballbundes.

Welten rückten zusammen bei einer Begegnung im Jugendhilfezentrum Schnaittach des Caritasverbandes Nürnberg. Beim Mittagessen in den heilpädagogischen Mädchenwohngruppen wurden erste Kontakte geknüpft, bei erlebnispädagogischen Spielen auf dem Sportgelände der Jugendhilfeeinrichtung waren die Sprachbarrieren schnell überwunden. Beim Austausch gab es manche Überraschungen. „Die Jungs waren erstaunt, dass es auch im reichen Deutschland zerbrochene Familien gibt“, beobachtete Streetworker John Pass, selbst ehemaliges Straßenkind. Und die Mädchen, die aus schwierigen familiären Verhältnissen stammen, zeigten sich erschüttert, so Erziehungsleiter Martin Herzog, über die Lebensbedingungen der schwarzen Jugendlichen, die wie zu Zeiten der Apartheid kaum mit der weißen Bevölkerung zusammen kommen.

Nicht nur für die Jugendlichen war die Begegnung eine Bereicherung. Auch für die Schnaittacher Erzieher habe sich ein wertvoller Erfahrungsaustausch mit den südafrikanischen Streetworkern ergeben, bilanzierte Manfred Huth, der Leiter des Jugendhilfezentrums. Als einen Beitrag zur Völkerverständigung wertete der Nürnberger Caritasdirektor Roland Werber die Straßenkinderfußballtour. „Die Arbeit mit der Jugend ist doch eine Investition in die Zukunft.“

Gastgeber des Fußballteams bei seinem Aufenthalt in Bayern waren:

Als Caritas-Einrichtungen wirkten mit:

Als Sponsoren unterstützten die Tour in Bayern:

Informationen über die gesamte Straßenkinderfußballtour und über die Arbeit von Youth Unlimited finden Sie unter

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