Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 13. März 2003

13. März 2003

Caritas beklagt: Immer mehr Klienten mit wirtschaftlichen Problemen
Kritik am Verhalten von Sozialämtern und Energieversorgern

Dass es für bedürftige Bürgerinnen und Bürger immer schwieriger werde, Sozialleistungen zu erhalten, haben der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg und der Stadt-Caritasverband Bamberg im Vorfeld der Caritas-Frühjahrssammlung kritisiert. Die Sozialämter bauten bürokratische Hürden auf und hielten Antragsteller hin, so dass diese über längere Zeit eine finanziell völlig ungesicherte Situation aushalten müssten. Diese Menschen kämen dann als Klienten in die Allgemeine Soziale Beratung der Caritas.

Obwohl die Allgemeine Soziale Beratung als erste Anlaufstelle für soziale Probleme aller Art gedacht sei, „spitzt sich der Beratungsbedarf immer mehr auf wirtschaftliche Schwierigkeiten zu,“ sagte Bernhard Poesdorf, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Stadt Bamberg, am gestrigen Montag vor Medienvertretern. Dabei nehme die Zahl jener Klienten zu, bei denen die finanzielle Not bereits so groß sei, dass die gesamte Existenz auf dem Spiel stehe. Der Weg von der gesicherten Existenz in die Armut werde immer kürzer.

Klaus Will, Sozialpädagoge bei der Allgemeinen Sozialen Beratung in Bamberg, beklagte, dass die Caritas-Beratungsstellen immer häufiger zwischen ihren Klienten und Stadtwerken vermitteln müssten: „Die Energieversorger spielen rigoros ihre Macht gegen säumige Zahler aus“. Oft könne die Caritas den Ratsuchenden nur noch durch finanzielle Beihilfen oder zinslose Darlehen helfen. Die Allgemeine Soziale Beratung sei zudem „die einzige Stelle, die im materiellen Bereich etwas in dieser Art tun kann.“

Dabei muss, wie Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon unterstrich, die Caritas ihre Allgemeinen Sozialen Beratungsstellen komplett aus Eigenmitteln finanzieren. Neben den Zuschüssen, die die Caritas für diese Arbeit aus der Kirchensteuer erhalte, sei sie daher auf Spenden angewiesen. Diese erbittet die Caritas unter dem Motto „Not sehen und handeln“ bei der Haustürsammlung vom 17. bis 23. März und bei der Straßensammlung in den Fußgängerzonen größerer Orte vom 21. bis 23. März 2003. Am Caritas-Sonntag, 16. März, findet in allen katholischen Gottesdiensten die Caritas-Kollekte statt.

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