Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 8. Juli 2003

8. Juli 2003

25 Jahre Caritas-Kreisverband Kronach: Professionalität und Nächstenliebe

Caritas-Geschäftführer Christian Behner (rechts) konnte eine Vielzahl von Ehrengästen zum Festakt des 25-jährigen Bestehens des Caritas-Kreisverbandes Kronach begrüßen.

Über Kinder in Armut sprach die Festrednerin, Professorin Dr. Jutta Allmendinger, Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Seit Gründung des Caritas-Kreisverbandes Kronach am 30. Mai 1978 ist Willi Zaich in der Vorstandschaft vertreten, seit 1985 als 1. Vorsitzender. Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon ehrte Zaich für dieses ehrenamtliche Engagement mit der Bistumsmedaille des Erzbistums Bamberg.

Fotos: Rainer Glissnik
„Das heutige Niveau unseres Verbandes ist das Ergebnis eines optimalen Zusammenwirkens von beruflicher Qualifikation und engagiertem Ehrenamt“, resümierte Vorsitzender Willi Zaich beim 25-jährigen Gründungsjubiläum des Caritasverbandes für den Landkreis Kronach. Die Idee, die man vor rund drei Jahrzehnten hatte, habe vielfach Früchte getragen.

Damals hatte der Diözesan-Caritasverband in Kronach bereits eine Anlauf- und Beratungsstelle für Hilfesuchende unterhalten. Die Kirche wollte den aktuellen Sorgen und Nöten mit Professionalität begegnen. Gleichzeitig werde bei der Caritas aber nach wie vor darauf Wert gelegt, bei der täglichen Hektik und Professionalität der „qualitäts-gemanagten“ Arbeit die Anwendung und Vermittlung christlichen Gedankenguts und christlicher Formen nicht zu vergessen, betonte Zaich bei der Feier im Fürstenbau der Festung Rosenberg.

„Hat Gott nicht die Armen ausgewählt, um sie reich und zu Erben seines Königreichs zu machen?“, fragte Weihbischof Werner Radspieler beim Festgottesdienst in der Kronacher Stadtpfarrkirche. „Was ich für den geringsten meiner Brüder getan habe, habt ihr mir getan,“ zitierte der Bischofsvikar für Caritas und Soziales die Worte Jesu, die Grundlage für die Caritasarbeit seien. Bei seiner Weihe sei er gefragt worden: „Bist du bereit aus Liebe zum Herrn gegen die Armen, Notleidenden und Heimatlosen freundlich und barmherzig zu sein?“ Heute frage er sich, ob er damals überhaupt die ganze Tragweite des Versprechens erkannt habe. Die Realität im Alltag sehe anders aus als die schönste liturgische Feier. Nicht nur in der Bahnhofshalle begegne er Bettlern, oft auch Frauen und Männern mit einem Pappschild mit Bitte um Almosen. Über Presse und Medien erfahre er von Not. Davor könne man die Augen nicht verschließen.

Über Kinder in Armut sprach die Festrednerin, Professorin Dr. Jutta Allmendinger, Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Dabei zeigte sie zunächst die finanzielle Armut auf, die erschreckend hoch sei. 6,5 Prozent aller Kinder in Bayern lebten von Sozialhilfe. Mit der Zahl der Kinder steige überproportional die Armut. Noch gravierender sei die Bildungsarmut. Die Qualität der Schulabschlüsse habe erhebliche Auswirkungen auf alle Lebensbereiche: auf Arbeitsplatzchancen, Gesundheit und sogar Lebenserwartung.

Die PISA-Studie habe die Bildungsmängel stärker ins allgemeine Bewusstsein gerufen. Zehn Prozent der deutschen Schülerinnen und Schüler erreichten nicht einmal die allerunterste Kompetenzstufe. Aber das von der PISA-Studie ausgelöste Engagement lasse schon wieder nach, kritisierte Allmendinger.

„Caritas ist Wesensauftrag der Kirche“, unterstrich in einem Grußwort Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon. Sein herzlicher Dank galt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas. Deren Arbeit lobten auch Staatsminister Dr. Werner Schnappauf, die Landtagsabgeorndeten Christa Steiger und Heinz Hausmann, Peter Mayer von der Regierung von Oberfranken, Bezirkstagsvizepräsident Gerhard Seuling, Landrat Oswald Marr, Kronachs Bürgermeister Manfred Raum und die evangelische Dekanin Dorothea Richter. Umrahmt wurde die Feier von der Berufsfachschule für Musik unter Leitung von Andreas Wolf und von einem Chor aus Kotor in Montenegro; mit der Caritas dieser Stadt verbindet die Caritas Kronach eine Partnerschaft.
Rainer Glissnik

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