Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 12. Dezember 2003

12. Dezember 2003

Berufsschüler spenden für junge Mütter
Modellprojekt will berufliche Ausbildung in Teilzeit ermöglichen 


Die Religionslehrer Ansgar Feldmann (katholisch) und Ilone Reichert (evangelisch), Schülersprecherin Michelle Hofmann und Schulleiterin Dr. Angelika Rehm überreichten die Spende an Martina Nowak von der Schwangerenberatungsstelle und den stellvertretenden Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein (von links).

1000 Euro haben Schülerinnen und Schüler der Bamberger Berufsschule III gespendet, um das Modellprojekt „Ausbildung in Teilzeit für junge Mütter“ zu unterstützen. Schülersprecherin Michelle Hofmann übergab zusammen mit der Schuldirektorin und zwei Religionslehrern die Spende im Dr.-Philipp-Kröner-Haus des Diözesan-Caritasverbandes, wo die Kooperationspartner des Projekts zu einer Tagung  zusammengekommen waren.

Das Modellprojekt will eine Lösung anbieten für das Problem, dass junge Mütter keinen Ausbildungsplatz finden, weil sich Lehre und Kindererziehung zeitlich nicht vereinbaren lassen. Daher sucht das Projekt Arbeitgeber, die bereit sind, diese Frauen in Teilzeit auszubilden. Dafür soll die Lehrzeit auf vier Jahre gestreckt werden. Das Projekt will die jungen Mütter dadurch unterstützen, dass ihnen Beratung, Kinderbetreuung, Bewerbungstraining und zusätzliche Qualifizierung angeboten wird. Gegenwärtig nehmen sechs junge Frauen im Alter zwischen 17 und 23 Jahren an dem Modellprojekt teil. Zwei von ihnen absolvieren gegenwärtig auf Vermittlung des Arbeitsamtes einen Lehrgang „Europäischer Computerführerschein“.

Die Berufsschule habe sich zur Unterstützung des Projekts entschlossen, weil das „unsere ureigenste Klientel ist,“ sagte Dr. Angelika Rehm, Leiterin der Staatlichen Berufschule III in Bamberg, bei der Spendenübergabe. Auch in der Berufsschule sei immer wieder zu beobachten, dass Schülerinnen ihre Ausbildung abbrächen, weil sie ein Kind bekämen. Die Spende soll für die Betreuung der Kinder verwendet werden.

Da für „Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden, die Zukunft verbaut ist“, unterstütze der Diözesan-Caritasverband trotz Sparmaßnahmen „dieses wichtige Projekt“, betonte der stellvertretende Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein. Der Diözesan-Caritasverband werde im kommenden Jahr auch selbst einen Teilzeitausbildungsplatz zur Verfügung stellen. Es sei von Vorteil, so Öhlein weiter, dass sich viele Partner an dem Projekt beteiligen. Es sind dies die Stadt und der Landkreis Bamberg, das Arbeitsamt Bamberg, die Katholische Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in Bamberg, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, die Diözesanstelle Familie, das Kolping-Bildungswerk, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, der Kinderschutzbund und der Sozialdienst katholischer Frauen. Die Federführung liegt bei der Schwangerenberatungsstelle, die sich in Trägerschaft des Diözesan-Caritasverbandes befindet. Nach Auskunft der Beteiligten ist das Modellprojekt „Ausbildung in Teilzeit für junge Mütter“ in Bayern bislang einmalig.

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