Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 1. Dezember 2003

1. Dezember 2003

Betriebe sollen mehr Behinderte einstellen

Erzbischof feierte in Lichtenfels Abschlussgottesdienst zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung


"Brücken bauen" zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen lautete das Thema des Gottesdienstes, zu dessen Beginn auch eine sichtbare Brücke errichtet wurde.


Am Nachmittag besuchte Erzbischof Ludwig Schick das Wohnheim St. Elisabeth und kam bei den behinderten Erwachsenen sichtlich gut an.

Als „Skandal“ hat es Bambergs Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick bezeichnet, „dass sich immer noch Betriebe entsprechend der gesetzlichen Möglichkeiten von der Verpflichtung, Behinderte einzustellen, loskaufen.“ Im diözesanen Abschlussgottesdienst zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung appellierte Schick am gestrigen Sonntag in Lichtenfels außerdem an die Industrie, die Leistungen und Produkte der Behindertenwerkstätten in Anspruch zu nehmen und dadurch diese Einrichtungen zu fördern. Neben Behindertenbeauftragten in jedem Betrieb forderte der Erzbischof ferner, auch in Parteien, Gewerkschaften und Betriebsräten müssten Behinderte mehr als bisher „Sitz und Stimme erhalten“.

Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung behinderter Menschen – die Forderungen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung – seien „Ausfluss christlichen Gedankenguts, ja letztlich des Evangeliums“, führte Schick in seiner Predigt aus. Nach christlicher Überzeugung seien alle Menschen „Wunschkinder Gottes“. Daher sei die Gesellschaft nur dann auf sicherem Fundament gebaut, wenn sie den Wert und die Wichtigkeit der Menschen mit Behinderung beachte und das Zusammenleben mit ihnen fördere. „Wir können eine Gemeinschaft bilden, in der sich alle wohlfühlen.“

Im Anschluss an den Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche von Lichtenfels stattete der Erzbischof der Tagesstätte St. Anna für geistig behinderte Kinder und Jugendliche sowie dem Wohnheim St. Elisabeth für erwachsene Behinderte einen Besuch ab. Beide Einrichtungen gehören zum Heilpädagogischen Zentrum der Caritas.

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