Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 21. August 2003

21. August 2003

Caritas Prag und Caritasverband Nürnberg setzen auf Zusammenarbeit

Das zentrale Materiallager der Caritas Prag: von hier gingen vor einem Jahr Hilfslieferungen an die Flutopfer.

Der Caritasverband Nürnberg und die Caritas Prag bauen ihre Zusammenarbeit aus. Erste Kontakte wurden im Jahre 2001 geknüpft, als der Prager Erzbischof Kardinal Miloslav Vlk zur bundesweiten Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion nach Nürnberg kam. Jetzt waren erneut Mitarbeiter der Nürnberger Caritas in der Partnerstadt an der Moldau. Bei dem jüngsten Informationsaustausch ein Jahr nach dem Jahrhunderthochwasser ging es auch um die durchgeführten Hilfsmaßnahmen der Caritas für die Flutopfer.

Mit der Organisation und Durchführung von landesweiten Hilfsmaßnahmen nach der Flutkatastrophe habe die Caritas Prag ihre Leistungsfähigkeit für das ganze Land unter Beweis gestellt, heißt es in einem Bericht der Nürnberger Caritas-Mitarbeiter. Über das zentrale Materiallager der Caritas Prag seien im großen Stil Hilfen abgewickelt worden. Die Flut habe aber auch die Caritas selbst hart getroffen. So seien in der zentralen Einrichtung der Caritas Prag für Obdachlose und Asylsuchende die Heiztechnik und die EDV komplett zerstört worden.

Peter Meusch, der Leiter der Wärmestube hinter dem Nürnberger Hauptbahnhof, konnte sich in Prag über die Obdachlosenarbeit informieren. Die Caritas Prag bietet Obdachlosen eine Notschlafstelle, eine „Erstanlaufstelle mit Beratung“ sowie betreutes Wohnen an. Die Kollegen aus dem Bereich Migration, Rosi Wanko und Hansjörg Ospel, machten sich in der Nürnberger Partnerstadt über die Asylarbeit kundig. Unter anderem ist die Caritas Prag in einem „Abschiebelager für illegale Ausländer“ präsent. Dort berät sie die Menschen und hält Hilfen bereit.

„Der Kardinal wollte, dass wir persönliche Kontakte herstellen und fachlichen Austausch pflegen“, erinnert sich Caritasdirektor Roland Werber an ein Gespräch mit dem Prager Erzbischof. Und der katholische Stadtdekan Theo Kellerer ergänzt: „Ob in Prag oder Nürnberg – hier ist die Kirche und ihre Caritasarbeit vielfach in ähnlicher Weise gefordert. Das berühmte Wort des französischen Bischofs Gaillot: `Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!´ gilt vor allem auch für unsere moderne Großstadt-Gesellschaft, in der die Schwächeren oft auf der Strecke bleiben. Deshalb kann es nur gut sein, wenn wir Erfahrungen austauschen und uns gegenseitig helfen.“

Dieser Wunsch wurde bereits ein Stück weit Wirklichkeit. Zurück aus Prag, teilten die Nürnberger Caritas-Mitarbeiter mit: „Eine weitere Zusammenarbeit zwischen der Caritas Prag und der Caritas in Nürnberg erscheint uns nach den Erfahrungen dieser Tage sinnvoll und bereichernd für die Arbeit beider Verbände.“ Weil man mehr voneinander wisse, könne man in Zukunft konkrete Projekte unterstützen.

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