Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 17. April 2003

17. April 2003

Caritas-Qualität transparent gemacht
Katholische ambulante Pflegedienste führten Qualitätsmanagement ein

Katholische Sozialstationen aus Nürnberg und Fürth stellten im Haus der Katholischen Stadtkirche einer interessierten Fach-Öffentlichkeit den Qualitätsmanagement-Prozess vor und präsentierten als wichtigen Baustein ihre Qualitätshandbücher. Foto: Sauerbeck
Nach dem vor einem Jahr in Kraft getretenen Pflegequalitätssicherungsgesetz ist jeder Pflegedienst verpflichtet, ein umfassendes, einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen. Pflegequalität soll gesichert, weiterentwickelt und geprüft, Verbraucherrechte sollen gestärkt werden. Diesen Herausforderungen haben sich sieben katholische ambulante Pflegedienste in Nürnberg und die Sozialstation des Caritasverbandes in Fürth frühzeitig gestellt und 2001 in Zusammenarbeit mit dem Diözesan-Caritasverband Bamberg ein Qualitätsmanagement-Projekt gestartet. Jetzt präsentierten die ambulanten Pflegedienste vor einer interessierten Fachöffentlichkeit im Haus der Katholischen Stadtkirche ein Qualitätshandbuch als wichtiges Qualitätsmanagement-Instrument.

„Zeichen vonProfessionalität“

„Die Sorge um die Kranken bleibt und ist ein Grundauftrag der Kirche“ unterstrich Regionaldekan Theo Kellerer in seiner Ansprache. Zusammen mit dem Nürnberger Caritasdirektor Roland Werber dankte er den katholischen Sozialstationen für ihr Engagement.

In Nürnberg befinden sich die ambulanten Pflegedienste der katholischen Kirche nicht wie sonst in der Diözese üblich in der Trägerschaft des Caritasverbandes, sondern sind in den Pfarrgemeinden verankert. Der Caritasverband Nürnberg hatte jedoch als beratender und unterstützender Dachverband diesen umfassenden, einrichtungsinternen Qualitätsmanagementprozess angeregt und angeboten. „Das Sichtbarmachen von Qualität ist ein Zeichen von Professionalität“, betonte Werber.

Beteiligt sind in Nürnberg die Angelus Ambulante Pflege gGmbH, die Caritas-Sozialstation und Tagespflege Nürnberg-Nord e.V., der Verein für Krankenpflege e.V. (Allerheiligen, St. Josef, Unsere Liebe Frau, St. Josefshaus), die Kath. Krankenpflegestation Pfälzer Straße, die Katholische Zentrale Krankenpflegestation (St. Theresia, Herz Jesu), die Ambulante Krankenpflege kath. Gemeinden Nürnberg-Ost und der Krankenpflegeverein St. Willibald e.V. sowie in Fürth die Caritas-Sozialstation.

Das Konzept des Qualitätsmanagement-Projekts wurde vom Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg entwickelt. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Modellprojektes (abgekürzt: DiCVQuM) im Jahr 2000 begann im Frühjahr 2001 ein Folgeprojekt, an dem 21 Träger mit insgesamt 58 Einrichtungen schwerpunktmäßig aus dem Bereich ambulante und stationäre Altenhilfe teilnehmen. Der Diözesancaritasverband als Projektträger garantiert die professionelle Begleitung und ermöglicht es den unter dem Dach der Caritas arbeitenden Sozialstationen, ein systematisches Qualitätsmanagement einzuführen.

Der Mensch im Mittelpunkt

Ziel des Projektes sei es, „die Dienste und Hilfen zur Zufriedenheit und zum Wohle der Menschen zu gestalten“, erklärte Josef Noppenberger von der Projektleitung. Bereits in seinem Leitbild hat sich der kirchliche Wohlfahrtsverband verpflichtet, die Sicherung und Entwicklung der Qualität seiner Arbeit durch systematisches Qualitätsmanagement zu gewährleisten.

„Allein hätte es keiner geschafft“, bilanzieren die verantwortlichen Leitungen der Sozialstationen. Neben der täglichen Pflegetätigkeit - die acht Sozialstationen mit insgesamt 139 Mitarbeiterinnen versorgen im Jahr 1160 Patienten - wurde die Projektarbeit in Qualitätszirkeln und Arbeitsgruppen geleistet. Allein die vor Ort von Anita Sattler professionell geführte Steuergruppe traf sich in zwei Jahren 22 Mal. Unter anderem wurden die Kernleistungen einer Stärken-Schwächen-Analyse unterzogen.

Vorteile für alle Beteiligten

Der hohe zusätzliche Zeitaufwand hat sich gelohnt. Die Vorteile für die Mitarbeiter, den Träger und vor allem für die „Kunden“ liegen auf der Hand: Eine einheitliche Pflege schafft Sicherheit für die Pflegekräfte wie für die Pflegebedürftigen. Nach innen wie nach außen werde die Qualität der Pflege transparent und damit auch vergleichbar gemacht, hieß es. Oder wie formulierte es Schwester Brunhilde von St. Josef: „Pflege ist für uns transparent geworden.“ Ingrid Petersen

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