Caritas Bamberg - Pressemitteilung vom 3. April 2003

3. April 2003


Caritas-Freiwilligenzentrum in Neustadt/Aisch will Schüler ans Ehrenamt heranführen

Ein bislang einmaliges Modell, Schülerinnen und Schüler an ehrenamtliches Engagement heranzuführen, hat das Freiwilligenzentrum „mach mit!“ der Caritas Neustadt/Aisch entwickelt: das Freiwillige Soziale Schuljahr. Ab 1. Oktober diesen Jahres soll es erstmals durchgeführt werden.

Das „Neustädter Modell“ sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler während eines Schuljahres – außer in den Schulferien – an zwei Stunden in der Woche nachmittags ehrenamtlich tätig sind. Den Gegebenheiten entsprechend können die Stunden auch blockweise zusammengefasst werden, da zum Beispiel die Übungen der Freiwilligen Feuerwehr länger dauern und meist samstags stattfinden.

Die möglichen Einsatzgebiete reichen vom Altenheim über den Bund Naturschutz bis zum Sportverein. Ausdrücklich beschränkt sich das Freiwilligenzentrum (FWZ) nicht auf soziale Aktivitäten und schon gar nicht auf die Interessen seines Trägers, des Caritasverbandes für den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. „Wir sind überkonfessionell und sprechen alle Bürger an,“ betont FWZ-Leiter Horst Koydl. So hat er für das Freiwillige Soziale Schuljahr (FSSJ) Schulen, Vereine, Verbände, , Kommunen, Kirchen und Einrichtungen an einen Tisch gebracht.

Aufgabe des FWZ ist es, Schaltstelle zwischen den 20 Schulen im Landkreis und den möglichen Einsatzfeldern zu sein. Bis Ende Juni melden die Vereine und Einrichtungen, wieviel Schüler sie „beschäftigen“ wollen. Die ersten Bedarfsmeldungen kamen laut Koydl von zwei Altenheimen und vom Verein „Iss was“, der die Aischgründer Tafel – vier Lebensmittelausgabestellen für bedürftige Menschen – betreibt. Gleichzeitig werben die Schulen für das FSSJ. Zielgruppe sind die Jugendlichen der Vorabschlussklassen, im Gymnasium der 11. Klasse.

Die Teilnahme am FSSJ ist den Schülerinnen und Schülern völlig freigestellt, hat für sie aber auch einen konkreten Nutzen: Am Ende erhalten sie ein qualifiziertes Zeugnis, das ihnen den freiwilligen Einsatz nicht nur bescheinigt, sondern auch ihr Engagement beurteilt. Außerdem ermöglicht das FSSJ, sich vor dem Eintritt ins Berufsleben schon einmal in einem möglichen Arbeitsfeld umzuschauen.

„Das FSSJ zeigt den Menschen, wie er ist. Schüler, die keine so guten Noten haben, können beweisen, dass sie Herz und Engagement besitzen,“ sagt Horst Koydl. Er hofft daher, dass er mindestens 500 Schüler und Schülerinnen vermitteln kann: „Die Vereine und Einrichtungen werden nicht mehr händeringend bitten müsse: Kommt doch zu uns!“, ist Koydl überzeugt. Das „Neustädter Modell“ werde sich zum Selbstläufer entwickeln: „Wenn erst einmal ein Schüler bei einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz stolz sein Zeugnis zeigt, wird der Meister künftig auch andere Bewerber fragen, ob sie ein FSSJ gemacht haben.“

Weitere Infos bei:
Freiwilligenzentrum „mach mit!“
Ansbacher Str. 6
91413 Neustadt/Aisch
Tel.: (09161) 88 89-0
Fax: (09161) 88 89-29
E-Mail: freiwilligenzentrum@caritas-nea.de

[nach oben]   [zurück]