Pressemitteilung vom 21. Februar 2002

Veranstaltung der Caritas Erlangen informierte über psychische Erkrankungen und Hilfen für die Betroffenen

Auf großes Interesse stieß eine Informationsveranstaltung des Caritasverbandes für die Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt/Aisch e. V. zum Caritas-Jahresthema „Mittendrin draußen: psychisch krank“. 40 Personen besuchten die Veranstaltung, die am 19. Februar im „Treff“, einer Tagesstätte für psychisch kranke Menschen des Caritasverbandes in der Bissingerstraße in Erlangen, stattfand.

Andreas Fellmoser, Leiter der Einrichtung, und Anja Ehnes-Ballan, beim Caritasverband zuständig für Caritas der Gemeinde, gaben einen kurzen Überblick über die Einrichtungen, den Wertehintergrund und die Dienstleistungsangebote des Caritasverbandes. Fünf Einrichtungen für psychisch Kranke und Behinderte stehen den Menschen in der Stadt Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt zur Verfügung.

Sandra Schäfer, sozialpädagogische Mitarbeiterin des „Treffs“, ging in ihrem Vortrag auf psychiatrische Krankheitsbilder und das Angebot des „Treffs“ ein. Psychische Krankheiten sind häufig; laut Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München leidet jeder dritte Deutsche einmal im Leben daran. Dennoch seien psychische Krankheiten so stark mit Ängsten und Vorurteilen in der Bevölkerung besetzt wie kaum eine andere Erkrankung. Das Seelische sei von den Menschen schon immer im Verhältnis zum konkreten Erleben des Körperlichen als unwirklicher, unfassbarer, unheimlicher empfunden worden. Ein psychisch Kranker leide jedoch ebenso wie ein körperlich Kranker und erfahre genauso ärztliche Behandlung. Die bekanntesten psychiatrischen Krankheitsbilder sind Depression, Manie, Schizophrenie, Borderline, ADS-Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Ess-Störungen, Sucht und psychische Krankheiten im Alter.

Das ambulante Netz in der Psychiatrie ist heute so gut ausgebaut, dass nur wenige Betroffene auf Dauer in einer Psychiatrischen Klinik leben müssen. Der Erlanger Caritasverband ist in der Region Teil dieses ambulanten Netzes: Er unterhält eine Übergangseinrichtung, ein Langzeitwohnheim, eine Tagesstätte und eine Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen und bietet in Kooperation mit der Firma CONNTEC Belastungserprobungs-, Arbeitstherapie- und Zuverdienstarbeitsplätze für psychisch Kranke und Behinderte an.

Der „Treff“ feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Er macht tagesstrukturierende Angebote für Personen, die aufgrund ihrer Erkrankung arbeitsunfähig, berentet oder arbeitslos sind und soziale Kontakte benötigen, um nicht daheim in der Wohnung zu vereinsamen. Es werden beispielsweise haushaltspraktische Tätigkeiten geübt, wie gemeinsames Kochen für das tägliche Mittagessen oder Wäsche waschen. Weiterhin gibt es Freizeitangebote, Gruppenveranstaltungen, Ausflüge und kreative Angebote. Drei SozialpädagogInnen stehen als Ansprechpartner für Gespräche, Beratung und Begleitung bei Alltagsproblemen zur Verfügung.

Tagesstätten sind Sinn stiftende Elemente für die Alltagsgestaltung von psychisch kranken Menschen und ein Ort, an dem Menschen, die sich ehrenamtlich mit psychisch kranken Menschen auseinandersetzen wollen, willkommen sind. Ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, die sich zum Beispiel einmal in der Woche für ein bis zwei Stunden für Gespräche zur Verfügung stellen, können eine wichtige gemeindenahe Brückenfunktion sein. Sie sind eine Einladung für psychisch kranke Menschen, wieder interessiert am Alltag anderer Menschen teilzunehmen. Wer sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit mit psychisch Kranken interessiert, kann sich an den Caritasverband Erlangen (Tel. 09131/8856-0) oder direkt an den „Treff“ (Tel. 09131/32610) wenden.

„Mittendrin draußen: psychisch krank“ – unter diesem Motto steht auch die von den katholischen Pfarreien organisierte Frühjahrssammlung der Caritas, die vom 25. Februar -3. März 2002 stattfindet und am Caritassonntag, 3. März 2002, ihren Abschluss findet. Die Sammlerinnen und Sammler üben ihren Dienst ehrenamtlich im Auftrag der Pfarrgemeinde aus. Für die Aufrechterhaltung der vielfältigen Dienste des Caritasverbandes werden Spendengelder aus den Sammlungen verwendet und benötigt. Der Caritasverband bittet die Bevölkerung daher, die Sammlungen zu unterstützen.

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