Pressemitteilung vom 20. Februar 2002

Frühjahrssammlung der Caritas unter dem Thema
"Mittendrin draußen: psychisch krank"

Die Haussammlung der Caritas findet im Erzbistum Bamberg in diesem Frühjahr vom 25. Februar bis 3. März statt. Die Gottesdienstkollekte wird am Wochenende des 3. März erbeten. Die Bitte um Spenden für die Arbeit der Caritas steht 2002 unter dem Motto "Mittendrin draußen: psychisch krank".

Die Spenden dienen, wie Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Sammlung am heutigen Mittwochmittag ausführte, für die Finanzierung von Einrichtungen und Angeboten der Caritas, die sich nicht über Erstattungen öffentlicher Kostenträger oder staatliche Zuschüsse refinanzieren lassen. Keine oder kaum Unterstützung erhalten etwa die Betreuung von Wohnungslosen, die Ausgabestellen von Lebensmitteln für Bedürftige (Tafeln, Sozialläden), die Allgemeine Soziale Beratung, Sterbebegleitung, die Beratung pflegender Angehöriger durch die Sozialstationen. 40 % der Spendeneinnahmen erhalten die Pfarreien – die die Sammlung auf ihrem Gemeindegebiet organisieren – für die Unterstützung sozialer Notfälle. Vom übrigen Ertrag erhalten der Diözesan-Caritasverband und die 15 Stadt- und Kreis-Caritasverbände jeweils die Hälfte. Der Diözesan-Caritasverband speist daraus z.B. Hilfsfonds für Schwangere, Alleinerziehende oder Asylbewerber.

Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon dankte den vielen tausend ehrenamtlichen Sammlerinnen und Sammlern, die sich wieder bereit erklärt haben, die Sammlung an den Hausstüren zu übernehmen. Sie leisteten für die Menschen, die sie aufsuchen und um eine Spende bitten, oft auch „einen seelsorglichen Dienst“ durch persönliche Begegnung. Spendenquittungen werden auf Wunsch von den Pfarrämtern ausgestellt.

Das Sammlungsmotto stellt jährlich wechselnd einen Aspekt der vielfältigen Arbeit der Caritas vor. Mit dem Jahresthema „Mittendrin draußen: psychisch krank“ will die Caritas die Erfahrung dieser Kranken benennen: sich isoliert zu fühlen unter den „Normalen“. Josef Noppenberger, Referent für Psychiatrie beim Diözesan-Caritasverband, verwies darauf, dass psychisch Kranke in der Öffentlichkeit ein schlechtes Ansehen haben: Sie gälten als „absonderlich, verwirrt, anstrengend, verrückt“. Die Entwicklung der vergangenen Jahre, psychisch Kranke lieber ambulant als stationär zu betreuen und in ihrer gewohnten Umgebung zu belassen, erfordere aber die Unterstützung dieser Menschen durch die Gemeinschaft vor Ort, gerade auch der Pfarrgemeinden. Daher wolle das Sammlungsmotto der Caritas in Bewusstsein heben: „Das hat etwas mit uns zu tun, wenn wir psychisch Kranke gut versorgt wissen wollen.“

Die Begleitung von Angehörigen psychisch Kranker auszubauen, bezeichnete Direktor Simon als „Herausforderung an die Caritasverbände“. Zugleich müssten aber auch die auslösenden Faktoren psychischer Erkrankungen thematisiert werden, etwa Stress, Hektik, übertriebene Leistungsorientierung. Simon: „Es ist die Frage, wer hier ver-rückt ist: die Kranken oder die Gesellschaft.“

Die Caritas unterstützt psychisch Kranke und ihre Angehörigen auch mit professioneller Hilfe. In der Erzdiözese Bamberg unterhalten die Caritas und ihre Fachverbände:

ALLGEMEINE INFORMATION ZU DEN CARITASSAMMLUNGEN

Die Caritas-Sammlungen werden zweimal jährlich durchgeführt, im Frühjahr und im Herbst. Jede von ihnen besteht aus der Straßen- und der Hauslistensammlung sowie der Kirchenkollekte. Bei der Hauslistensammlung gehen ehrenamtliche Helfer und Helferinnen von Tür zu Tür. Die Straßensammlung erfolgt in größeren Orten, z.B. in Fußgängerzonen. Bei der Kirchenkollekte werden in allen katholischen Gottesdiensten die Christen um eine Spende gebeten.

Vom Ertrag der Sammlung erhalten in der Erzdiözese Bamberg die Pfarreien 40 Prozent für ihre eigenen sozial-karitativen Aufgaben. Je 30 Prozent gehen an den Diözesan-Caritasverband und an die 15 Stadt- und Kreis-Caritasverbände zur Finanzierung ihrer Einrichtungen.

Bei der Frühjahrssammlung 2001 wurde ein Ergebnis in Höhe von 1.502.476,22 Mark erzielt. Davon entfielen 1.294.682,60 Mark auf die Haussammlung an Wohnungstüren, 193.228,23 Mark auf die Kirchenkollekte in katholischen Gottesdiensten und 14.565,39 Mark auf die Straßensammlung.

Bei der Sammlung im Herbst 2000 kamen in der gesamten Erzdiözese Bamberg 1.484.019 DM zusammen, bei der Frühjahrssammlung des gleichen Jahres 1.517.846 DM. Insgesamt lässt sich beobachten, dass die Sammlungsergebnisse bis 1997, als sie mit 3.090.860 DM im Jahr ihren bisherigen Höchststand erreichten, zunahmen und seitdem wieder leicht absinken.

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