Pressemitteilung vom 14. Februar 2002

Sinnvolle Ergänzung des Caritas-Angebots: Alt-Erzbischof Dr. Braun weihte Friedrich-Baur-Seniorenzentrum St. Kunigund in Altenkunstadt

Architekt Jochen Sörgel (re.) überreichte - im Beisein von Regierungspräsident a. D. Wolfgang Winkler (Mitte) - als Geschenk einen Rollstuhl an Heimleiter Arbold Dück (li.).

„Allein wäre uns das nicht möglich gewesen. Wir freuen uns daher über die Initiative der Friedrich-Baur-Stiftung zu dieser neuen Einrichtung.“ Eine gelungene Kooperation würdigte Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon, als am Rosenmontag in Altenkunstadt das neue Seniorenzentrum St. Kunigund eingeweiht wurde. Die Friedrich-Baur-Beteiligungs-GmbH hat das Haus gebaut; der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg übernimmt die Betriebsträgerschaft.

Als neuartig bezeichnete Simon die ganzheitliche Betreuung, die das Seniorenzentrum leistet. Das „Wohnen mit Betreuung“ bietet auf zwei Stockwerken acht abgeschlossene Wohnungen für ältere Menschen, die ihren eigenen Haushalt führen wollen; bei Bedarf können die Mieter Verpflegung und weitere Hilfen in Anspruch nehmen. Das Pflegeheim umfasst 32 Ein-Personen- und acht Zwei-Personen-Appartements. Eine Sozialstation soll außerhalb des Seniorenzentrums pflegebedürftige Menschen versorgen, die in ihrer eigenen Wohnung noch zurechtkommen. Diese Aufgabe wird der Caritasverband für den Landkreis Lichtenfels übernehmen. Als Wunsch äußerte Simon, dass das Zentrum auch offene Altenarbeit für Senioren aus Altenkunstadt durchführen könnte.

Alt-Erzbischof Dr. Karl Braun
segnete Altar und Kapelle des Seniorenzentrums, unterstützt von Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon.

Dr. Michael Otto – der Vorstandsvorsitzende des Otto-Versandes war eigens aus Hamburg angereist – betonte die Berücksichtigung des Umweltgedankens: Das Seniorenzentrum verfügt über eine Photovoltaik-Anlage, die aus Sonnenkraft Elektrizität gewinnt, rund 22 Megawattstunden jährlich. Eine Solaranlage sorgt für etwa die Hälfte des Bedarfs an Warmwasser und spart dadurch 4200 Kubikmeter Erdgas ein.

Otto kündigte an, dass das Seniorenzentrum St. Kunigund bevorzugt ehemalige Mitarbeiter des – mit dem Otto-Versand – fusionierten Baur-Versandes aufnehmen soll. Auch Regierungspräsident a.D. Wolfgang Winkler, Vorsitzender des Beirats der Friedrich-Baur-Beteiligungs-GmbH und des Kuratoriums der Friedrich-Baur-Stiftung, bezeichnete das Projekt als Investition für Oberfranken. 35 Firmen aus der Region wirkten am Bau mit. Oberfränkische Künstler statteten ihn mit Bildern und Objekten – darunter einem großen Windspiel vor dem Eingang – aus.

Auch für die Caritas, so deren Direktor Bernhard Simon, ergänze die neue Einrichtung sinnvoll ihr schon bestehendes Angebot in der Region. Zumal Synergien genutzt werden. Das Mittagessen für das Friedrich-Baur-Seniorenzentrum St. Kunigund liefert die Küche des Kathi-Baur-Alten- und Pflegeheims St. Heinrich in Burgkunstadt. Die Vermittlung der Pflegeplätze und die Vermietung der „Betreuten Wohnungen“ liegt beim Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Konrad in Weismain, dessen Leiter Arnold Dück auch die Leitung des Altenkunstädter Hauses wahrnimmt.

Vor dem Festakt hatte Bambergs emeritierter Erzbischof Dr. Karl Braun bei einem Gottesdienst in der Hauskapelle das Gebäude gesegnet. In seiner Predigt sprach Dr. Braun offen die Schattenseiten des Alters an: Vereinsamung, Ausgrenzung, Gleichgültigkeit der Umgebung. Das Alter sei zudem „nicht nur kraftvoller Schlussakkord und Summe des Lebens, sondern auch ein Verwelken“ und damit „eine harte Lektion“: „Es ist schwer, älter zu werden und alt zu sein.“ Andererseits bedeute Alter aber auch Reife. Senioren könnten anderen Menschen etwas geben: ihre Erfahrung im Bewältigen von Enttäuschungen, im Versöhnen, im Unterscheiden von Wert und Unwert, Beständigem und Unbeständigem. Diese Lebensweisheit könne für jüngere Menschen eine notwendige Ergänzung sein, vor allem eine Hilfe zu der Erkenntnis, dass – so der Alt-Erzbischof – „im Leben etwas Inneres, im Zeitlichen Ewiges reifen soll“.

Dr. Karl Braun empfahl den Senioren, auch wer nicht mehr arbeiten könne, könne noch beten: „Mit Ihrem Gebet können Sie Ihre Angehörigen unterstützen. Nutzen Sie auch die bitteren Stunden der Einsamkeit zum Zwiegespräch mit Gott. So stehen Sie auf der Aktivseite des Lebens.“

Kontakt:
Friedrich-Baur-Seniorenzentrum St. Kunigund
Bürgermeister-Böhmer-Straße
96264 Altenkunstadt
Tel. (09572) 38 08-0
Fax (09572) 38 08-29
Direkter Link: www.caritas-bamberg.de/altenheim-altenkunstadt

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