Pressemitteilung vom 8. März 2002

Kinderheim-Außenwohngruppe in Vorra wurde eingeweiht

Die Außenwohngruppe, die das Caritas-Kinderheim St. Marien/Pettstadt im Haus Nr. 40 in Vorra eröffnet hat, wurde am 7. März 2002 offiziell eingeweiht. Diözesan-Caritasdirektor Bernhard Simon und der Pfarrer von Frensdorf, Wolfgang Schmidt, segneten gemeinsam die Räume.

Rudolf Reinwald, Leiter des Kinderheims St. Marien, nannte zwei Überlegungen, die zur Einrichtung der neuen Außenwohngruppe geführt haben. Zum einen habe man die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Kinder ins Heim gekommen seien, „die extreme Enttäuschungen bis hin zu traumatischen Erlebnissen erlitten und ein ausgesprochenes Bedürfnis nach Schutz, Intimität und Geborgenheit haben.“ Dies könne eine kleine Gruppe in einem Einfamilienhaus gut bieten. Zum anderen habe man bei der Neuplanung des Heims in Pettstadt festgestellt: Da sich das Gelände nicht vergrößern lasse, müsse man die Zahl der dort lebenden Kinder verringern.

Ein Jahr dauerte die Suche, dann konnte der Diözesan-Caritasverband, der Träger des Kinderheims St. Marien, das Haus in Vorra erwerben. Nachdem an dem Wohnhaus einige Innenumbauten vorgenommen waren, zogen bereits im vergangenen Jahr sieben Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 18 Jahren ein. Jedes von ihnen hat im Ober- oder im Untergeschoss ein eigenes Zimmer. Eine frühere Praxis für Krankengymnastik im Souterrain steht nun einer Psychologin zur Verfügung, die sich jede Woche rund acht Stunden mit den Jugendlichen beschäftigt. Im Erdgeschoss wurde das große Wohnzimmer mit Kachelofen in Aufenthaltsräume umgestaltet. Außerdem finden sich hier ein Arbeits- und Übernachtungsräume für die Leiterin der Außenwohngruppe und die fünf Erzieherinnen und Erzieher.

Auf dem 3000 qm großen Außengelände befand sich, bevor es an den Diözesan-Caritasverband verkauft wurde, eine Hufschmiede. Das Gebäude dient jetzt als Holzwerkstatt, in der die Jugendlichen kreativ arbeiten können. Stallungen und eine Koppel bieten die Voraussetzung für eine Besonderheit der Außenwohngruppe: die Tierhaltung. Die Tiere, so Rudolf Reinwald, sollen den Jugendlichen, denen es oft an Vertrauen fehle, helfen, „eine neue Definition von Beziehung zu bekommen.“ Allerdings seien menschliche Beziehungen durch nichts zu ersetzen. Daher ist Reinwald „froh, dass die Nachbarn uns so gut aufgenommen haben, und Kinder aus dem Dorf die Kinder der Wohngruppe oft besuchen.“

Von dem Konzept der Wohngruppe in Vorra zeigte sich auch der Bezirk Oberfranken überzeugt. Bei der Einweihung lobte ihr Vertreter Michael Fechner: „Liebe macht nicht abhängig, sonder stark. Das sieht man am Kinderheim St. Marien.“ Der älteste Jugendliche in der Außenwohngruppe soll denn auch bald im Rahmen „betreuten Wohnens“ selbständig leben und in eine eigene Wohnung umziehen.

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