Pressemitteilung vom 27. März 2002

Caritasverband Nürnberg: Seniorenwohnungen in Rekordzeit

Die modernen Moduleinheiten decken alle Bedürfnisse von Bewohnern und Pflegepersonal ab. Vor der offiziellen Inbetriebnahme testen (von rechts) Caritasdirektor Roland Werber, Christian Habermann, der Leiter des Altenheim St. Josef in Fürth, und der Leiter des Caritas-Altenheims St. Willibald in Nürnberg, Stefan Madinger, die Funktion eines Pflegebads.

Hier hängt das Pflegezimmer noch in der Luft: Mitte März wurden die Fertigteile vom Kran vor dem Altenheim St. Willibald abgeladen. Bereits zwei Wochen später steht ein zweigeschossiger, fünfzig Meter langer Trakt, der an die Infrastruktur des Caritasheims angeschlossen ist. (Fotos: Robert Sauerbeck)

Um während des Abrisses und Neubaus des Caritas-Altenheims St. Josef in Fürth eine für Bewohner und Pflegepersonal verträgliche Überbrückungslösung bis zum Wiedereinzug zu gewährleisten, ließ der Caritasverband in Nürnberg Pflege-Fertiggebäude aufstellen. Nach nur zweiwöchiger Bauzeit können unmittelbar nach Ostern 47 Senioren ihre Übergangswohnungen beziehen. Die übrigen Bewohner waren bereits vor Wochen in anderen Einrichtungen des Wohlfahrtsverbands untergekommen.

Wie es zu diesem ungewöhnlichen Projekt kam, erläuterte Nürnbergs Caritasdirektor Roland Werber auf einer Pressekonferenz im Caritas-Altenheim St. Willibald, auf dessen Grundstück die vom Cadolzburger Unternehmen Cadolto für 20 Monate angemieteten Wohnmodule aufgebaut wurden.

Das Senioren- und Pflegeheim St. Josef in Fürth mit bisher 106 Plätzen für überwiegend pflegebedürftige Senioren wird abgerissen und an Ort und Stelle in der Benno-Mayer-Straße hinter dem Fürther Hauptbahnhof für acht Millionen Euro neu aufgebaut. Diese Entscheidung traf der Caritasverband Nürnberg, nachdem eine dringend notwendige Sanierung des 1966 errichteten Hauses aus Kostengründen nicht in Frage kam und auch ein Neubau „auf der grünen Wiese“ verworfen wurde. „Aufgrund der baulichen Gegebenheiten“ mache das Altenheim St. Josef „einen trostlosen Eindruck“, stellte der Medizinische Dienst bei einer Inspektion fest. Dunkle Flure, weite Wege für das Pflegepersonal, keine Nasszellen bei den Zimmern: Die Mängelliste war lang. Der Standard der Sechziger Jahre entsprach eben nicht mehr den Erfordernissen heutiger Pflege.

„Im Bereich der stationären Altenpflege wollen wir ein katholisches Angebot in der Innenstadt von Fürth erhalten“, betonte Werber. Gefördert wird der Neubau von der Stadt Fürth und dem Freistaat mit je 1,5 Millionen Euro. Der Caritasverband Nürnberg ist Träger von fünf Altenheimen mit insgesamt an die 550 Bewohner - vier Häuser befinden sich im Stadtgebiet Nürnberg.

Für Bewohner und Mitarbeiter möglichst problemlos sollte die Übergangslösung gestaltet werden. Das bedeutete konkret: Kein Heimvertrag wurde gekündigt, kein Mitarbeiter entlassen. Um weiterhin eine Beziehungspflege zu gewährleisten, ziehen der Hausgeistliche von St. Josef, Theodor Sitzmann, und die bisherigen Betreuer, darunter indische Ordensschwestern, in die Wohnmodule mit um. Da das Fertiggebäude an die Infrastruktur des Altenheims St. Willibald angeschlossen ist, sei auch die Versorgung durch Küche oder Wäscherei gewährleistet, erklärte Stefan Madinger, der das Haus in der Bauernfeindsiedlung leitet. Wert legte der Caritasverband auch auf eine gute Erreichbarkeit. „Angehörige aus Fürth können mit der U 1 zu uns durchfahren.“ Mit der Anmietung von Fertigmodulen war zudem eine schnelle und bei einem Mietpreis von 30.000 Euro im Monat bezahlbare Lösung realisierbar: Nur sechs Wochen vergingen von der Auftragsvergabe bis zum Bezug.

Bereits 2003 soll das Altenheim St. Josef mit 80 Plätzen nach einem neuen Konzept wieder eröffnet werden. „Wohnen und Leben wie Zuhause“ ist die Zielvorstellung, die durch Wohngemeinschaften und -gruppen verwirklicht werden soll. „In unserem Fall wohnen acht oder neun Personen in einer möglichst normalen Wohnung ähnlich einer Großfamilie zusammen“, stellte der Leiter des Heims St. Josef Christian Habermann die Planungen vor.

Ingrid Petersen

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